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Hungerblind

Herta Müller: »Atemschaukel« erinnert an die Verschleppten

  • Von Alfons Huckebrink
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

In einem Viehwaggon schrumpft jede Eigenart. Man ist mehr zwischen anderen vorhanden als bei sich selbst.« Wahrscheinlich ist der Viehwaggon zum signifikanten Transportmittel des 20. Jahrhunderts geworden. Symbol seiner grauenhaften Entartungen. Dass Transporte an vielen Schreibtischen zusammengestellt wurden, ist wohl bekannt. Weniger bekannt, selbst in Rumänien, dürften allerdings die Schicksale jener Deutschstämmigen sein, die 1945 nach Niederlage und Hinrichtung des faschistischen Diktators Antonescu auf Befehl Stalins in die Sowjetunion verschleppt wurden. Zur Zwangsarbeit. Ein unangenehm klingendes Wort für eine Tätigkeit, die von den Russen »Wiederaufbau« genannt wird, meint Leo Auberg, der Ich-Erzähler in Herta Müllers neuem Roman. »Wenn schon AUFBAU, dann hätte es ZWANGSAUFBAU heißen müssen.« Den Verschleppten, speziell dem Schicksal ihres Dichterkollegen Oskar Pastior (1927-2006, mit biografischer Nähe zum Protagonisten) schu...


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