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Selbst gute Freunde sind nicht gleich

JOY COWLEY erzählt von »Schlange und Eidechs«

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Da hat sich doch die Schlange quer über den Lieblingsweg der Eidechse gelegt! – Die ist empört und schimpft. Die Schlange antwortet in gleichem Ton. Das geht eine Zeit hin, eine Zeit her und genau so lange, bis die Schlange sich zusammenrollt und ein Stück Weg freigibt. Die Eidechse ist zufrieden, will ebenfalls freundlich sein, und die beiden können ganz normal miteinander sprechen, lassen sich die Sonne auf die Haut brennen und reden und reden … Seitdem treffen sie sich regelmäßig, zum Beispiel zum Picknick, zu dem die Eidechse sogar vielerlei Insekten als Proviant mitbringt. Die sind aber gar nicht nach dem Geschmack der Schlange. Sie behauptet, gut gefrühstückt zu haben. Beide landen auf einem Hühnerhof, und die Schlange findet Eier, einen tollen Leckerbissen. Sie schlingt sie herunter und fordert die Eidechse auf, es ihr gleichzutun. Jetzt lehnt die dankend ab.

Die Neuseeländerin Joy Cowley erzählt Kindern ab neun, dass Freunde einander durchaus überraschen dürfen: Freundschaft schließt das Akzeptieren von Unterschieden ein. Hierfür findet die Autorin immer neue Gleichnisse in Form von Fabeln und erfreut uns dabei mit unerwarteten Wendungen: So hat in »Unten am Fluss« die Schlange einen Frosch im Hals und antwortet deshalb nur noch mit »quak, quak«. Die Eidechse will helfen und schlägt heftig auf den Rücken der Schlange. Der Frosch fliegt in hohem Bogen aus ihrem Maul. Die Schlange ist ihr Abendessen los, ihre Stimme hat sie allerdings wieder. Ähnlich vergnüglich lesen sich die anderen Erzählungen, die Gavin Bishop illustriert hat. Auch Erwachsene werden sich da nicht langweilen. Texte wie »Das Abenteuer« und »Geheimnisse« bieten mit hintergründigem Humor relativ unabhängig von der Handlungsebene noch eine weitere Geschichte. Die erschließt sich der Leser im Kopf, ohne dass er sich belehrt fühlt.

Joy Cowley, Gavin Bishop: Schlange und Eidechs. A. d. Engl. v. Nicola T. Stuart. Jacoby & Stuart. 94 S., geb., 12,95 €.

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