Rettungsring für die Meerjungfrau

Europas Grüne rufen in Kopenhagen zu CO2–Reduzierung auf

  • Von Andreas Knudsen, Kopenhagen
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Kleine Meerjungfrau ist gewöhnlich nur Motiv für Touristenfotos. Doch am vergangenen Sonnabend versammelten sich hier Vertreter der grünen Parteien Europas, um Klimaschutz zu fordern.
Rettung für die Meerjungfrau – Grünen-Aktion in Kopenhagen
Rettung für die Meerjungfrau – Grünen-Aktion in Kopenhagen

Was auf den ersten Blick wie ein grünes Happening aussah, hatte einen ernsten Hintergrund. Denn der berechnete Anstieg des Meeresspiegels, den das heutige Niveau des CO2-Ausstoßes in einem Menschenalter verursachen wird, lässt das Wahrzeichen Dänemarks im Meer versinken. Deshalb der dringende Aufruf an die politischen Entscheidungsträger in aller Welt, für ein seriöses und verpflichtendes Ergebnis auf dem Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen zu kämpfen. »Wir Volkssozialisten werden alle unsere Möglichkeiten nutzen, um die dänische Regierung auf verpflichtende Ziele festzulegen«, erklärte die dänische Parlamentsabgeordnete Ida Auken. Sie ist Sprecherin ihrer Partei für Umweltfragen und verlas im Namen der Grünen die Resolution.

Die Aktion am Standort der bekanntesten Dänin fand aus Anlass des Kongresses der Grünen Partei Europas in Malmö statt, an dem 36 Mitgliedsparteien aus 32 Ländern teilnahmen. Neben organisatorischen Fragen nach den Europawahlen stand die Klimafrage im Mittelpunkt der Beratungen. So stellten die Grünen im EU-Parlament ihr Reformprogramm des »New Green Deals« vor, das Europa nicht nur aus der gegenwärtigen Krise heraushelfen, sondern auch den grünen Umbau der Wirtschaft vorantreiben soll. »Wir haben keinen politischen Spielraum, wie die wissenschaftlichen Empfehlungen umgesetzt werden müssen«, erklärte die Grünen-Abgeordnete Rebecca Harms aus Deutschland. »Auf den großen politischen Treffen wie dem kürzlichen G 8-Gipfel werden Erfolge der Klimapolitik suggeriert, aber die politische Wirklichkeit sieht anders aus.« Die Aufbruchstimmung von vor zwei Jahren sei in Brüssel verschwunden. Wenn man wirklich eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad wolle, seien 20 Prozent CO2-Reduzierung nicht genug, es müssten 40 Prozent sein.

Auken und Harms betonten, dass der Klimakampf erst richtig nach dem Kopenhagener Gipfel beginne. »Wir wollen kein Greenwashing auf dem Gipfel. Unsere Befürchtung ist, dass es ein unzureichendes Ergebnis geben wird.«

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