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Die Ära Quelle ist vorbei

LAC Quelle Fürth drohen nach dem Verlust des Hauptsponsors schwierige Zeiten

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Nach der Pleite des Traditionsunternehmens Quelle muss sich auch der Leichtathletikverein LAC Quelle Fürth um einen neuen Hauptsponsor bemühen. WERNER KAMINSKI (Foto: privat), erster Vorstand des Vereins, sieht der Zukunft positiv entgegen und denkt nicht ans Aufgeben.

ND: LAC Quelle Fürth feiert am Samstag sein 40-jähriges Bestehen. Ist Ihnen überhaupt zum Feiern zumute, nachdem ihr Verein seinen Hauptgeldgeber verloren hat?
Kaminski: Das Aus für Quelle trifft uns natürlich sehr hart und das nicht nur finanziell. Seit 40 Jahren sind wir fester Bestandteil des Betriebs. Frühere Spitzensportler und Mitglieder unseres Vereins waren auch bei Quelle beschäftigt. Viele von ihnen sind jetzt 40 oder 50 Jahre alt. Der Verlust ihrer Arbeitsplätze ist schlimmer als das Geld, das nun dem LAC Quelle fehlt. Trotzdem werden wir am Samstag das Jubiläum feiern, denn auch ohne Quelle muss es für uns weitergehen.

Kam die Pleite des Unternehmens für Ihren Verein überraschend?
Nein, seit dem Insolvenzantrag 2008 wissen wir, dass es um Quelle schlecht steht und wir uns andere Geldgeber suchen müssen. Wir haben auch schon die erste Hälfte dieses Jahres ohne finanzielle Hilfe des Unternehmens gemeistert, indem wir einen Notfallplan erstellt haben.

Das heißt?
Dank der langjährigen Unterstützung konnten wir gewisse Rücklagen bilden, von denen wir nun übergangsweise zehren können. Außerdem haben wir einen Förderverein mit Mitgliedsbeiträgen gegründet, um die Zeit zu überbrücken, bis wir neue Geldgeber gefunden haben.

Haben Sie schon neue Sponsoren an Land ziehen können?
Bis jetzt leider noch nicht. Wir sind noch auf der Suche, es ist auch noch nicht klar, ob es wieder einen Hauptsponsor oder mehrere kleinere Unterstützer geben wird. Das wird sich künftig zeigen. Hilfe bekommen wir derzeit allerdings von Adidas. Der Hersteller rüstet unsere Sportler mit dem nötigen Equipment aus. Das ist eine große Entlastung für uns.

Wie viel Geld braucht der Verein?
Zum Überleben benötigen wir 150 000 Euro jährlich. Allein der Unterhalt unserer Halle kostet 70 000 Euro im Jahr. Wenn wir unsere jungen Sportler – wie Sprinter Christian Blum oder Mittelstreckenläuferin Julia Hiller – wie bisher fördern wollen, ist eine Summe von 300 000 Euro realistisch. Aber nicht nur die Pleite von Quelle ist ein Problem. Allgemein hat die Leichtathletik keinen leichten Stand in Deutschland, denn die meisten Gelder fließen in den Fußball. Allerdings denke ich, dass die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin neues Interesse an der Sportart geweckt haben.

Wird der LAC Quelle nun auch den Namen ändern?
Erst mal nicht. Schließlich ist der Name bekannt. Das wird für die Sponsorensuche hilfreich. Außerdem müssen wir abwarten, ob wir wieder einen Hauptsponsor bekommen oder nicht. Dann müssen wir uns sicher Gedanken um einen neuen Vereinsnamen machen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Vereins?
Die Ära Quelle ist nun vorbei, aber es wird eine neue geben. Wir werden an unsere Erfolge anknüpfen und uns neu orientieren müssen. Ich denke da positiv. Ich bin Hobby-Marathonläufer und habe noch nie einen Lauf aufgegeben. Das wird der Verein auch nicht tun. Fragen: Nissrine Messaoudi

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