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Der polemische Publizist will Präsident des Zentrates der Juden werden.

Fragt der eine den anderen: »Moische, was meinst du: Lebt der Mensch von innen heraus oder von außen herein?« Moische überlegt lange, sehr lange, schließlich antwortet er mit Bedacht: »Wenn du mich so fragst, kann ich dir nur antworten: Ja.« – Henryk M. Broder lebt. Und wie er lebt! Mit Lust. Streitlust. Von innen heraus und außen herein. Man kann (mit Bedacht, will man nicht vor Gericht landen) viel über ihn sagen, nur nicht, dass er sonderlich harmoniesüchtig wäre. Mit wem hat er eigentlich noch nicht die Klinge gekreuzt? Jetzt hat er Charlotte Knobloch den Fehdehandschuh vor die Füße geworfen. Seine Kampfansage »Warum ich für das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden kandidiere« war im »Tagesspiegel« zu lesen: Der Zentralrat befinde sich in einem erbärmlichen Zustand, äußere sich inflationär zu allem und jedem, missverstehe sich als Reue-Entgegennahme-Instanz und zugleich Frühwarnsystem. »Das war die Rolle, die den kapitolinischen Gänsen im alten Rom zukam. Dennoch haben sie den Untergang Roms nicht verhindern können.« Und weil, wie Broder meint, »Tante Charly« von ihrem Job überfordert scheint, will er ihr diesen abnehmen. Nobel, mag der eine denken. Der andere: Das kann ja lustig werden im Zentralrat!

Der 1946 in Katowice Geborene ist mit Familie 1958 nach Deutschland übergesiedelt und hat seine ersten jounalistischen Sporen bei den »St. Pauli-Nachrichten« verdient; sein erstes Buch fragte: »Wer hat Angst vor Pornographie?« Broder schreibt nicht nur für den »Spiegel« und die »Süddeutsche«. Der einst als links geltende, nach eigener Aussage mit der »traditionellen Linken« nach dem Entebbe-Geiseldrama 1976 brechende Streiter gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und Appeasement gegenüber Islamismus und Terrorismus hat eine »Achse des Guten« im World Wide Web geschmiedet. Wird dieses Online-Tagebuch Zentralorgan des Zentralrates? Als Präsident würde er sich dafür einsetzen, dass Holocaust-Leugnung als Straftatbestand aufgehoben wird (weil dies nur Idioten helfe, sich als Märtyrer zu inszenieren) und nicht noch mehr Holocaustmahnmale fordern. Auch würde er gute Beziehungen zu hier lebenden Moslems, außer Eiferern, pflegen. Wer hat Angst vor Henryk M. Broder? Karlen Vesper

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