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Mit Demut und Besessenheit

St. Pauli verpasst den Sprung an die Tabellenspitze – 1:1 gegen Cottbus

  • Von Stefan Otto, Hamburg
  • Lesedauer: 2 Min.

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Nach dem Abpfiff standen St. Paulis Spieler Arm in Arm vor der Haupttribüne, die noch vor dem Winter abgerissen werden soll. Ihr Lächeln wirkte müde: Erneut konnten die Kiezkicker zu Hause nicht gewinnen. Gegen Energie Cottbus reichte es nur zu einem 1:1. Die Führung der Gäste von Leonard Kweuke (56.) glich St. Pauli durch Max Kruse elf Minuten später aus.

Vor dem Match hatte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz die Hamburger Heimstärke gelobt (eher schmeichelhaft bei gerade einmal zwei Heimsiegen). Immerhin war das Stadion wieder ausverkauft: 22 254. Bei einem Sieg wäre Hamburg mindestens bis heute Tabellenführer gewesen.

Mit »Demut und Besessenheit« wollten Wollitz und die Cottbuser am Millerntor bestehen – sein Konzept ging auf: Aus einer kompakten Abwehr heraus spielten die Lausitzer schnell auf die Angreifer Radu, Jula und Kweuke und brachten die Hamburger damit ein ums andere Mal in Verlegenheit.

St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski meinte nach dem Spiel, seine Jungs hätten einen schweren Rucksack zu schultern gehabt. »Nur die letzte halbe Stunde ging die Post ab.« Nach der Führung der Cottbusser forcierte St. Pauli das Tempo und kam in der 67. Minute zum Ausgleich. Energie-Torwart Gerhard Tremmel faustete eine Ecke vor die Füße von Kruse, der zog aus 15 Metern trocken ab. St. Pauli drückte weiter, wollte das Spiel drehen wie zuletzt in Oberhausen. Cottbus stand tief, setzte auf Entlastungsangriffe und brachte das Remis mit ein wenig Glück über die Runden. Wollitz darf den Punkt als kleines Erfolgserlebnis werten.

Die Hamburger bleiben weiterhin Dritter und hoffen nun, in der nächsten Woche beim Auswärtsspiel in Rostock ihren sportlichen Höhenflug fortsetzen zu können. Nicht wenige schreiben die aussichtsreiche Tabellenposition dem Trainer zu. Stanislawski ist der Leitwolf am Millerntor, der neue Spieler wie Naki oder Lehmann ins Team integriert hat; und auch der Rückkehrer Charles Takyi fügte sich als Spielmacher in die Mannschaft ein, als wäre er nie weg gewesen.

Im Hintergrund bastelten indes die Klubverantwortlichen an den Rahmenbedingungen für die Zukunft. Der Bau einer neuen Haupttribüne wurde im Schatten der neuen Euphorie vorangebracht. Die Finanzierung ist gesichert. In zwei Wochen will Präsident Corny Littmann erneut auf den Bagger steigen und die nächste Bauphase am Millerntor einleiten.

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