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Gute Laune bis zum letzten Meter

Wanderhotels im Salzburger Land bieten Luxus-Begleitung durch die Alpen

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Julia zaubert den Salzburger Almenkaffee, Petra und Georg sind einfach nur stolz.
Julia zaubert den Salzburger Almenkaffee, Petra und Georg sind einfach nur stolz.

Für »Herbergsvater« Dreschl in der Radstadter »Gewürzmühle« im Salzburger Land beginnt der Tag bestens. »Wenn sich die Wolken und meine Frau verzogen haben, kann es ein schöner Tag werden«, meint er grinsend. Aber so richtig genießen konnte er seine Freiheit wohl nicht, das hätten ihm die Gäste der Gewürzmühle dann wohl doch übel genommen. Der Koch ist nun mal des Hotels gute Seele. Auch Tochter Alexandra wäre gern mit uns gewandert, aber die Arbeit ... Doch Vater Dreschl hätten die Wolken beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn der Himmel riss nach einer regenreichen Nacht nur kurz auf, und die Wolken gewannen wieder den himmlischen Wettbewerb. Allerdings war da Hotelchefin und Wanderexpertin Katharina Dreschl längst mit uns unterwegs.

Schade: Herbi nicht zu Hause.
Schade: Herbi nicht zu Hause.

Und was sind schon Regentropfen gegen die Aussicht, sich abends als Bezwinger eines Berges zu fühlen. Also Regenkleidung übergestreift, Rucksack geschultert, Kamera wasserdicht verpackt und frohen Mutes losmarschiert. Zehn bergige Kilometer – mit über 500 Höhenmetern – durch die Alpen nach St. Martin lagen vor uns. Über glitschige Baumwurzeln und durch tiefen Morast, immer steil bergauf. Es schüttete wie aus Eimern, selbst die beste Regenjacke hielt irgendwann nicht mehr, was die Werbung versprach. Das Wetter meint es nicht gut mit uns, die Schleusen von oben wollten sich einfach nicht schließen. Bei so manchem Ausrutscher oder Abrutscher ins Moor hörte man so manche nicht druckreife Flüche. Die überhört Katharina und treibt uns sanft vorwärts. Denn uns einte ein Ziel: Herbis Hütte. Triefend nass, mobilisierten wir beim Anblick des kleinen Häuschens unsere vorerst letzten Kräfte, um schneller an die avisierte Tasse heißen Tee zu kommen. Doch welch Enttäuschung: »Danke für Ihren Besuch. Bin leider unterwegs«, stand auf einem kleinen Zettel an der Tür. Wie die begossenen Pudel standen wir da, frierend und enttäuscht. Gegen ersteres hatte Katharina kleine flüssige »Wärmflaschen« für uns. Doch Herbis Bekanntschaft hätten wir liebend gern gemacht. Wo ist schon ein ehemaliger Investmentbanker gemeinsam mit zwei Hunden Herr über mehr als 400 Schafe? Er war aus einem Job ausgestiegen, von dem er wohl, so erzählt man, einfach die Schnauze voll hatte. Nun sucht er im Sommer sein Glück in einer einsamen Hütte ohne Strom und Wasser. Im Winter tankte er bislang spanische Sonne, ab jetzt will er seine Brötchen am Skilift verdienen.

Omas »Steppdecke«

Höhlenmensch Alois Rettenbacher
Höhlenmensch Alois Rettenbacher

Die Glücksglocke auf dem 1700 Meter hoch gelegenen Gerzkopf läutet nur Rollo, der abgehärtetste und weitgereisteste Wanderer der Gruppe. Wer sie läutet, darf sich etwas wünschen. Wir wünschten uns erst mal trockene Kleidung und trollten uns nach unten. Dort wartete schon Petra Gappmaier. Wir sind in St. Martin. Und bringen den ersten Regentag seit zwei Wochen mit. Doch unsere gute Laune kann das nicht trüben. Und wer bei Familie Gappmaier schlecht gelaunt ist, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Petra und ihrem Mann Georg gehört »Das Waldheim«.

Die Familie, zu der noch die Oma Marianne sowie die Töchter Julia, Anna und Eva-Maria gehören, strahlen Lebensfreude pur aus. Die Arbeit scheint ihnen Vergnügen zu sein, die Gäste fühlen sich sofort in die große Familie aufgenommen. »Zu uns verirren sich nur nette Gäste, andere finden gar nicht hierher«, lacht Petra verschmitzt. Die meisten sind Wiederholungstäter. Für John und Carol aus London, mit Mutter und Schwiegermutter im Schlepptau, gehört der Urlaub bei Gappmaiers zum Jahr wie Ostern und Weihnachten. Petra, die leidenschaftlich gern wandert, ist glücklich: »Hier kann ich Hobby und Beruf verbinden. Und Freiheit kann man nur in den Bergen entdecken.« Georg steht indes mehr auf zwei Räder und zeigt den Gästen die Berge von der Mountainbikeperspektive aus. Tochter Julia besucht die Tourismusschule und zaubert für uns einen Salzburger Almkaffee mit Äpfeln, Orangenschalen und Gewürznelken. Hervorragend zur »Steppdecke« – ein Kuchen von Oma Marianne, von dem wir nicht einen Krümel übrig ließen.

Doch auch das beste Essen muss möglichst wieder runter von den Rippen. Also los am nächsten Morgen mit Petra. Ziel: Werfenweng. 15 lange und verdammt bergige Kilometer. Flachlandtiroler John nutzt den Tag, um seinen drei Frauen zu entfliehen und läuft mit, als hätte er sein Leben lang nichts anderes als Bergwandern trainiert.

Wo nehmen Katharina und Petra nur diese beneidenswerte Kondition her? Und die gute Laune vom ersten bis zum letzten Meter? Dazu kennen sie jeden Weg, jeden Steg, jede Pflanze, jedes Tier. Als uns Petra in Werfenweng im »Wenger Alpenhof« adieu sagt, sind wir schon ganz schön traurig. Bei Gappmaiers fühlten wir uns schon nach einem einzigen Tag fast wie Familienmitglieder. Doch Petras und Georgs Gäste sollen ja Wiederholungstäter sein ... Und im Winter ist es sicher auch ganz nett, außerdem bringt uns dann der Lift nach oben.

Die vorerst letzte Wanderung führt uns bei Werfen ins ewige Eis, in die angeblich größte Eishöhle der Welt – 700 Stufen hoch und 700 herunter. Höhlenführer Alois Rettenbacher kennt hier drin in der Eisriesenwelt jeden Eiszapfen persönlich. Mit Handkarbidlampen ausgerüstet tauchen wir ein in eine Welt aus bizarren Gebilden.

Bergauf mit Gehhilfe

»Luxuswandern« nannte sich die Tour. Der einzige Luxus bestand allerdings darin, dass das Gepäck von Hotel zu Hotel transportiert wird. Laufen mussten wir dann doch schon selbst. Einzige Gehhilfe – die Wanderstöcke. Rund 2000 Kilometer Wanderwege gibt es im Salzburger Land. Die »Gewürzmühle«, »Das Waldheim« und der »Wenger Alpenhof« haben eines gemeinsam: Sie gehören zu der Vereinigung »Europa Wanderhotels« – ein Zusammenschluss von qualitätsgeprüften Hotels in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Italien.

Wanderfreudige Gastgeber begleiten den Gast sicher und fachkundig durch Gebirgslandschaften. Ein Unternehmen mit Zukunft. Denn Wandern kennt keine Krise. Im Gegenteil. Selbst krisenmüde Banker finden wieder einen Weg nach oben.

  • Informationen: Österreich Werbung: Klosterstr. 64, 10179 Berlin, Tel.: (030) 2191 48 0, www.austria.info, www.austriatourism.com, www.austria.info/wandern, E-Mail: deutschland@austria.info
  • www.wanderhotels.com, E-Mail: europa@wanderhotels.com
  • Die Gewürzmühle in Radstadt: Telefon: (0043) 6452 7143, www.gewuerzmuehle.at, E-Mail: info@gewuerzmuehle.at
  • Das Waldheim in St. Martin: Telefon: (0043) 6463 7366, www.das-waldheim.at, E-Mail: info@das-waldheim.at
  • Wenger Alpenhof in Werfenweng: Tel.: (0043) 6466 20034, www.wenger-alpenhof.at, E-Mail: office@wenger-alpenhof.at
  • Eisriesenwelt: Telefon: (0043) 6468 5248, www.eisriesenwelt.at,
  • Die Eisriesenwelt ist geöffnet vom 1. Mai bis zum 26. Oktober.

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