Apokalyptische Gesellschaft

»Ohne uns!« – Alternative Kultur im Elbtal

  • Von Sebastian Hennig
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.
In der Prager Spitze: »Society apokalyptisch«, 1978/80 von Hartmut Bonk

Gottfried Benn pries die »Ausdruckswelten«, das Reich des Kunstwerkes als Alternative zum »Leben – niederer Wahn«. Die Kunst bedeutet Gegenwelt an sich. In ihrem Bereich wird das Unstillbare gemäßigt, das Ungesonderte gerinnt zu reiner Form. In diesem Sinne ist die Kunst immer Alternative und eine alternative Kunst wäre eine Tautologie, wie ein vitales Leben. Es gibt freilich auch ein Leben, das die Bezeichnung nicht verdient. Das Gefühl, lebendig begraben zu sein, hat seit 1815 die deutschen Künstler nie mehr ganz entlassen. Dagegen setzten die Frühromantiker eine Haltung des erregten Lebens.

Auch die Gegenkunst will das erstarrte Leben verlebendigen. Mit welchen Mitteln das in Dresden in den zurückliegenden Jahrzehnten, vor allem vor 1989, versucht wurde, will nun eine groß angelegte mehrteilige Ausstellung zum ersten Mal im Überblick erfahrbar machen. Wer so jüngst vergangene Ereignisse öffentlich darzustellen wagt, dem wird u...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.