Österreichs Junge für ein altes Ideal

Forderung: »Bildung statt Ausbildung«

  • Von Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Bereits die dritte Woche harren österreichische Studierende im größten Hörsaal des Landes aus, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen: »Bildung statt Ausbildung« und »Nein zu Bologna« lauten die Kurzformeln einer Bewegung, die Österreichs Innenpolitik in die Pflicht nimmt.

Besetzungen von Hörsälen, Demonstrationen mit weit über 10 000 Teilnehmern, Aktionen der Solidarisierung mit den in Tarifverhandlungen steckenden Metallarbeitern und den Kindergärtnerinnen... Ausgehend von der studentischen Unzufriedenheit mit der Verschulung des Universitätsbetriebs und mangelnder Betreuung weht ein Wind der Aufmüpfigkeit durch das herbstliche Österreich.

Spontan hat sich aus einer kleinen Demonstration, vorbei an den offiziellen Studentenvertretungen, eine Besetzerbewegung gebildet, die für kurze Zeit auch schon die Räume des Wissenschaftsministeriums einnahm. Über 50 Arbeitskreise allein an der Wiener Hauptuniversität, darunter eine klaglos funktionierende Betreuung der Medien, eine »Volxküche« sowie Ansätze eines eigenen Vorlesungsbetriebs zeugen von hohem Organisationsgrad. Traditionelle linke Studentengruppen spielen darin so gut wie keine Rolle, auch allgemeine gesellschaftspolitische Fragestellungen werden tunl...

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