Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Mutters Sohn

Per Petterson verflucht die Zeit

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Als er sie, jünger noch, vor dem Werktor erwartete, ging ihm ein Gedicht durch den Kopf: »Längst hatt' ich dich geseh'n, wie du dort kamst,/ stets spürt ich dich, wenn du warst nah ...« Und wie sie vor ihm stand, umarmte sie ihn nicht etwa, sondern fragte nur »Bist du blank?«.

Das sind auch ihre Begrüßungsworte, als der Sohn unerwartet in ihrem Ferienhaus in Nordjütland auftaucht. »Bist du blank?« Dabei war er ihr nachgereist, bebend vor Sehnsucht und Angst. Was ihr bei einem 37-Jährigen unpassend erschien. Auch hatte sie mit sich selbst zu tun, der Diagnose Magenkrebs, die sie erhalten hatte. Wollte noch einmal an den Orten ihrer Kindheit sein, einen alten Freund treffen, das Haus sehen, wo sie, heimlich damals, ihren ersten Sohn zur Welt gebracht hatte. Wie das kam und was ihr heute alles durch den Kopf geht, wir erfahren es nicht. Können nur ahnen, mutmaßen – und staunen, wie der norwegische Autor Per Petterson mit sensibler S...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.