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»Kraft der Versöhnung«

Kanzlerin bei französischen Feiern zum Ende des Ersten Weltkriegs

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat als erstes deutsches Regierungsoberhaupt an den französischen Feiern zum Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg teilgenommen.

Paris (AFP/ND). Deutschland und Frankreich hätten gezeigt, dass zwischen einst »erbitterten Gegnern« Versöhnung möglich sei, sagte Merkel am Mittwoch in Paris. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy bezeichnete ihren Besuch als »außergewöhnliche Geste der Freundschaft«.

Die Kriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hätten »unermessliches Leid« mit sich gebracht, sagte Merkel am Pariser Triumphbogen. Sie verneige sich vor allen Opfern und wisse die Geste, zu diesem Gedenktag eingeladen zu sein, »sehr zu schätzen«. Deutschland und Frankreich hätten gezeigt, dass aus »der Kraft der Versöhnung« Vertrauen und Freundschaft entstehen könne. »Frankreich hat Deutschland die Hand zur Versöhnung gereicht, Deutschland wird das nie vergessen«, so die Kanzlerin.

Frankreich begehe den Weltkriegsfeiertag, »damit niemand vergisst, wohin der Wahnsinn der Menschen führen kann«, sagte Sarkozy. Die beiderseitige Freundschaft sei ein »Schatz«. Beide Länder schuldeten es ihren Vorfahren und Kindern, »alles zu tun, um diesen Schatz zu erhalten und zu vermehren«. Beide Länder teilten »dieselben Werte der Freiheit und Demokratie und denselben Ehrgeiz für Europa«, sagte der französische Präsident. »Wenn Deutschland und Frankreich zusammen handeln, können sie große Dinge vollbringen.«

Merkel und Sarkozy schritten am Triumphbogen gemeinsam eine Formation von Soldaten aus Deutschland und Frankreich ab und legten dann ein Blumengesteck am Grabmal des unbekannten Soldaten nieder.

An der Veranstaltung nahmen auch rund 2000 Schüler deutsch-französischer Gymnasien teil.

Sarkozy hatte nach dem Tod des letzten französischen Veteranen des Ersten Weltkrieges im vergangenen Jahr den Wunsch geäußert, aus dem 11. November »einen Tag der deutsch-französischen Aussöhnung« zu machen. In Deutschland wird der 11. November aber auch in Zukunft kein gesetzlicher Feiertag sein.

Die symbolträchtige Einladung Sarkozys an Merkel ist Teil einer ganzen Reihe von Vorschlägen aus Paris, um die Beziehungen zu Deutschland enger zu gestalten. Frankreich hatte vor dem Besuch erneut den Plan bekräftigt, den Posten eines deutsch-französischen Ministers zu schaffen, der an den Sitzungen beider Kabinette teilnehmen soll. Die französische Regierung strebt zudem eine engere Zusammenarbeit in der Wirtschafts- und Industriepolitik an.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (FDP), lobte den deutschlandfreundlichen Kurs Sarkozys. »Die Franzosen haben deutlich erkannt, dass sie sich in Zeiten der Globalisierung, aber auch im Hinblick auf die europäische Integration, mit einem Partner wie Deutschland aufs Engste verbinden wollen«, sagte er der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung« vom Mittwoch. Einen deutsch-französischen Minister lehnte er aber ab. »Wir müssen die Realität im Blick behalten«, erklärte Hoyer. »Diese doppelte Kabinettszugehörigkeit stößt an praktische und rechtliche Grenzen«.

Der stellvertretenden Regierungssprecher Christoph Steegmans betonte in Berlin, es würden zunächst Vorschläge auf Arbeitsebene für eine engere deutsch-französische Zusammenarbeit entwickelt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes nannte dabei unter anderem die Bereiche Klima, Umweltschutz, Raumfahrt und Verteidigung.

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