Verdrängte Ansprüche

Namibia wartet noch immer auf angemessene Entschädigung

  • Von Reinhart Kößler
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
Bremen: Das 1932 errichtete »Kolonial-Ehrenmal« wurde 1990 anlässlich der Unabhängigkeit Namibias in ein antikoloniales Mahnmal umgewidmet.

2004 schien es so, als würde der 100. Jahrestag der Kolonialkriege in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, wirklich etwas in Bewegung setzen. Damals entschuldigte sich Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul bei der Gedenkfeier auf dem Schlachtfeld von Ohamakari für die deutschen Kolonialverbrechen. Ein Tabubruch: Bei Besuchen von Bundeskanzler Kohl und Bundespräsident Herzog waren sie noch nicht einmal vorgelassen worden. Doch fünf Jahre später fühlen sich die Nachfahren der Opfer des kolonialen Völkermordes nach wie vor von der Bundesregierung mit ihren Anliegen ignoriert. Auch die 2005 einseitig angekündigte, äußerst bescheiden dotierte »Versöhnungsinitiative« wird der Forderung nach angemessener Entschädigung nicht gerecht. Sie verfehlt vor allem das zentrale Anliegen der Opfergruppen: gehört zu werden und in einen...


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