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Linke wollen Manager umzingeln

Aktionen gegen Wirtschaftstreffen

Linke Gruppen haben zu »bunten« Protesten gegen ein Wirtschaftstreffen aufgerufen, das kommenden Freitag und Sonnabend in Berlin stattfinden wird. »Im Hotel Adlon wollen die Eliten dieses Landes beraten, wie sie die Folgen ihrer Krise auf die Bevölkerung abladen können«, erklärt Hans Laumeyer vom bundesweiten Zusammenschluss Interventionistische Linke (IL). Ende der Woche werden im Adlon rund 200 Topmanager, Aufsichtsräte und andere gut betuchte Gäste aus der Wirtschaft mit Prominenz aus Politik und Gesellschaft über die aktuelle Krise beraten.

Auf dem Programm des dritten »Führungstreffens Wirtschaft«, zu dem die »Süddeutsche Zeitung« eingeladen hat, stehen Themen wie »Täter oder Opfer: Die Rolle von Banken und Investoren« und »Vorbild oder Buhmann: Manager in schwierigen Zeiten«. Als Redner sind unter anderem der Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann und der Chef des wirtschaftsnahen ifo-Instituts Hans Werner Sinn geladen. Den Eröffnungsvortrag hält Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Interventionistische Linke stellt diesen Führungsanspruch in Frage. Es seien gerade die sich im Luxushotel Versammelnden gewesen, die den Karren »gehörig gegen die Wand gefahren« hätten. »Wir wollen uns diese Führung nicht mehr gefallen lassen«, heißt es in dem Protestaufruf. Unter dem Motto »Weg mit dem SZ-Führungstreffen 2009« soll am Freitag ein »Treffen der Ent-Führungskräfte« im Innenhof der Berliner Humboldt-Universität stattfinden (16 Uhr, Dorotheenstraße 24). Als Gastredner wird der bekannte italienische Aktivist und Politikwissenschaftler Antonio Negri sprechen. Ausgestattet mit Rettungsschirmen und »Charaktermasken« wollen die Demonstranten im Anschluss daran dem Treffen einen Besuch abstatten und den Unmut über die aktuelle Krise kreativ kundtun. »Wir werden das Klassentreffen der Führung umkreisen, nicht in Ruhe lassen, es belagern, umzingeln«, so die Ankündigung.

Angesichts der aktuellen Bildungsproteste erwartet die IL die Unterstützung durch Schüler und Studenten. An Berliner Universitäten hätten sich bereits Vorbereitungsgruppen gebildet.

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