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Duell der Erzrivalen

Algerien und Ägypten im Entscheidungsspiel

  • Von Thomas Nowag (SID), Khartum
  • Lesedauer: 2 Min.

Das Stadion wird zum Hochsicherheitstrakt, Khartum kocht. Vor dem Entscheidungsspiel um das letzte Ticket Afrikas für die Fußball-WM rüstet sich die Hauptstadt des Sudans für die allerschlimmsten Szenarien. »Das ist kein Fußball, das ist Krieg«, sagte der algerische Nationalspieler Karim Matmour vor dem heutigen hochbrisanten Duell mit Ägypten.

Nach der Eskalation rund um den 2:0-Sieg der Ägypter im letzten Gruppenspiel am Samstag, der zu Punkt- und Torgleichheit beider Teams führte und so das Entscheidungsspiel erzwang, sollen rund 15 000 Polizisten das explosive Duell der Erzrivalen sichern. »Wir sind für jeden Notfall vorbereitet«, sagte Gouverneur Abdelrahman al-Khidr. Khartum erwartet 48 Flugzeuge mit algerischen Fans und 18 Flieger aus Ägypten, Tausende Anhänger werden zudem mit Bussen anreisen.

Die Brisanz wird dadurch verstärkt, dass eine starke ägyptische Gastarbeiterkolonie ihre Mannschaft unterstützt, während sich die Gastgeber auf die Seite der Algerier schlagen. Am Dienstag fuhren Hunderte Pkw hupend durch die Straßen Khartums, die Fahrer schwenkten Fahnen, die Stimmung war auf dem Siedepunkt. »Es wird ein Heimspiel für uns«, sagte Matmour. »Wir werden es schaffen. Da bin ich sicher«, meinte der Stürmer des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.

Im Vorfeld des letzten Gruppenspiels, in dem Ägypten erst in der 95. Minute das notwendige zweite Tor erzielte, war die Rivalität eskaliert. Die Scheiben des algerischen Mannschaftsbusses wurden mit Steinen eingeworfen, in Algerien überfielen Jugendliche als Racheakt von Ägyptern bewohnte Häuser. Am Mittwoch wird Ähnliches befürchtet. Bei Matmour und seinen algerischen Mitspielern ist die Wut nicht verraucht. »Es ist unglaublich, dass es so viel Nachspielzeit gab, dafür gab es keinen Anlass«, sagte der Stürmer. Ein Teamkollege vermutet gar eine Verschwörung zugunsten des Afrikameisters. Matmour versprühte dennoch Optimismus: »Wir wissen, dass wir besser sind. Es wird das Spiels unseres Lebens.«

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