Was Heimat sei

Manfred Hocke: Eine Art Autobiografie

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Das möchten viel mehr Leute, als man sich je hätte vorstellen können: Ihr Leben an sich vorüberziehen lassen und das auch noch öffentlich machen. Aber Manfred Hocke ist kein Laienschreiber. Er hat zahlreiche Stücke übersetzt, war Dramaturg an verschiedenen Theatern und von 1971 bis 1990 – dem Jahr seiner »Abwicklung« dort – Entwicklungsdramaturg im DEFA-Studio für Spielfilme. So fand er für seine Autobiografie künstlerische Gestaltungsweisen, die erst einmal gar nicht an einen Lebensbericht denken lassen: eine Erzählung in dritter Person über den Flüchtlingsjungen Manfred Breslauer und ein Hörspiel, das man »Szenen einer Ehe« nennen könnte, aber es geht um die Situation in den 50er, 70er und 90er Jahren in der DDR, wobei der Rückblick auf den eigenen künstlerischen Werdegang gesprächsweise eingeflochten ist.

»In Breslau hätte ich zu kapitalistischer Zeit nie studieren können«, sagt der junge Mann. »Wozu sind wir noch nütze?...

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