»Große Staatsanleihe« schrumpft

Frankreichs Präsident reduziert ehrgeiziges Krisenbewältigungsprogramm

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In Frankreich haben Staatsanleihen Tradition. Die derzeitige Krise trieb auch Präsident Sarkozy zur Verkündung einer solchen Finanzierungsmethode. Nun soll jedoch alles anders sein als zunächst angekündigt.

Eine »Große Staatsanleihe« hatte Präsident Nicolas Sarkozy im Juni im Parlament feierlich angekündigt. Anfang 2010 sollte sie aufgelegt werden und die Mittel sollten durch gezielte Investitionen die Krise überwinden und den Aufschwung fördern helfen. Wer aus dem Topf was bekommt, sollte eine Expertenkommission unter der Leitung der zwei Ex-Premierminister Alain Juppé und Michel Rocard festlegen.

Staatsanleihen haben in Frankreich eine lange Tradition. Schon im Mittelalter hat König Ludwig »der Heilige« damit 1254 und 1270 seine Kreuzzüge finanziert und viele seiner Nachfolger auf den Thron machten es ihm nach.

Staatsanleihen spielten immer eine doppelte Rolle: Zum einen sollte frisches Geld in die Staatskasse gespült, zum anderen die Nation geeint werden. Doch dieses Ziel erreichten nur wenige der neun großen Staatsanleihen der vergangenen 50 Jahre. Vorbild für »Sarkozy 2010« sind die unspektakulären Anleihen, die General de Gaulles Regi...

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