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»One World« für Menschenrechte

Internationales Filmfestival zeigt Spiel- und Dokumentarfilm

Motiv aus dem US-amerikanischen Dokumentarfilm »Outrage«
Motiv aus dem US-amerikanischen Dokumentarfilm »Outrage«

Es gibt Filmreihen, die sich leicht konsumierbare Werke, festgelegte Genres oder eine bestimmte Ästhetik auf die Fahnen geschrieben haben. Zu diesen Festivals gehört das »One World Festival für Menschenrechte und Medien« nicht. Seit der Gründung dieser Veranstaltung vor sechs Jahren werden hier Filme gezeigt, die ethische, politische und globale Fragen aufwerfen und harte Fakten präsentieren. So ist denn auch das diesjährige Festival, das vom 26. November bis 2. Dezember stattfindet, ein weit gestreuter Mix aus über 20 Spiel- und Dokumentarfilmen aus aller Welt. Sie befassen sich mit den Themenkomplexen Integration, Rechtsstaatlichkeit und zivile Konfliktlösung.

Von einem Mann mit Gewissen handelt die Dokumentation »Most Dangerous Man in America«. Dan Ellsberg, in den 60er Jahren hoher Mitarbeiter im Pentagon, entschloss sich im Jahre 1971, streng geheime Dokumente über den Vietnam-Krieg an die »New York Times« weiterzuleiten. Darin wurden massive Manipulationen offengelegt, die zur Verschärfung des US-amerikanischen Engagements in Vietnam beitrugen. Der Film der Regisseure Judith Ehrlich und Rick Goldsmith ist eine Hommage an das »First amendment«, den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung zur Meinungsfreiheit. Durch Zeugenaussagen und Archivbilder entsteht eine spannende Reportage, in der der ehemalige Präsident Nixon und seine Berater als autoritäre Kriegstreiber entlarvt werden.

Ist es zulässig, schwule Politiker in den USA zu outen, die homophobe Politik betreiben? Diese Problematik behandelt der Dokumentarfilm »Outrage«. Der Titel beinhaltet im Englischen bereits das »Outen« und die Wut, die das Verhalten besagter Politiker bei schwulen Aktivisten auslöst. Diese argumentieren denn auch, dass sie lediglich die Scheinheiligkeit von Politikern geißelten, die als Senats- und Kongressmitglieder über eine beträchtliche Macht bei der Gesetzgebung verfügen. Dennoch haftet Zwangs-Outing aus europäischer Sicht stets etwas Fragwürdiges an. Andererseits führt der Film eine US-Gesellschaft vor, in der sich ein Gouverneur entschließt, aufgrund seiner Homosexualität zurückzutreten. Vor allem die christliche Rechte verschärft hier die Homophobie, die schlimmstenfalls zu »Hassverbrechen« führt, das sind – teilweise tödlich verlaufende – Angriffe auf Homosexuelle.

In dem unterhaltsamen chilenischen Spielfilm »El Bano« werden Benutzer eines Badezimmers von einer versteckten Überwachungskamera beobachtet. Während der Renovierung der Örtlichkeit wird der Zuschauer Zeuge von allerlei Dramoletten, während auf metaphorischer Ebene die Frage nach der Definition von Privatsphäre gestellt wird.

Die Dokumentation »Status: Geduldet« der Filmemacherin Silvana Santamaria begleitet eine Familie kosovarischer Roma. Diese musste 1992 nach Baden-Württemberg flüchten und wird dort offiziell nur geduldet. Während die Mutter immer noch unter den Kriegstraumata leidet, fühlen sich die Kinder in Deutschland heimisch. Spannungen und nervenzehrende Behördengänge bestimmen das Leben der Familie neben der Frage, ob sie womöglich schon morgen abgeschoben werden könnte.

Eröffnet wird das Festival mit »Terrorists: The Kids They Sentenced« des berühmten schwedischen Regisseurs Lukas Moodysson. Darin geht es um die strenge Bestrafung von Globalisierungskritikern beim EU-Gipfel in Göteborg 2001 durch den schwedischen Staat.

Spielstätten: Kino Arsenal, ACUDKino, Kleisthaus; Kartenreservierung unter 243 130 41 und online: www.oneworld-berlin.de

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