Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Hirten des Horrors

Sogar im Falle, dass ein Priester eine Missetat begangen hat, untersteht er keinem öffentlichen Gericht.« Zumindest dieser Aspekt in der vor knapp 500 Jahren von Thomas Morus verfassten Schrift »Utopia« wurde über Jahrzehnte in Irland mit viel Einfallsreichtum umgesetzt. Katholische Priester hatten Hunderte Kinder, die sich in ihrer »Obhut« befanden, sexuell missbraucht. Die Kirchenleitung vertuschte diese Verbrechen – mit Duldung und Förderung der staatlichen Behörden.

Die jetzt im Auftrag der Dubliner Regierung veröffentlichte Untersuchung ist ein Blick in Abgründe. Abgründe, die umso schauerlicher sind, als sie von jenen aufgerissen wurden, die als Inkarnationen einer Moral gelten, die der Papst – wenn er denn die Macht hätte – gern allen Menschen oktroyierte. Die Erbärmlichkeit der Gottesdiener, sich an den vertrauensseligsten und zugleich schwächsten Wesen der menschlichen Gemeinschaft zu vergehen, um die eigenen, von klerikal-bigotter Dumpfheit umnebelten Gelüste zu befriedigen, ist schwer zu überbieten. Höchstens durch die von Erzbischöfen geübte Praxis, diese Hirten des Horrors vor weltlicher Strafe zu schützen. Und zwar »routinemäßig«, wie es im Report heißt. Bei dem hohen Ansehen, das Amtsträger der Kirche nicht nur im katholischen Irland öffentlich und bei staatlichen Stellen genießen, funktionierte das bestens. Irland, USA, Australien, Österreich, Polen, Deutschland ... Wären die jetzt bekannten Dimensionen sexuellen Missbrauchs einer sogenannten Sekte angelastet worden – der Verein wäre vermutlich längst verboten. Aber die katholische Kirche bleibt natürlich weiter ein unverzichtbarer Hort höchster Sittlichkeit.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln