Gern auf dieser Erde

Ursula Karusseit über Erbe, Würde und einen Zollstock

Man sieht ihr das Wissen darüber an, dass das Leben gern die Leute gerbt, aber noch mehr sieht man ihr an, dass das Leben klein beigeben muss, wenn es auf begeisterte Augen, einen zähen Willen, einen robusten Witz, einen glühenden Trotz, eine schöne Natürlichkeit trifft: URSULA KARUSSEIT. Eine der populärsten deutschen Schauspielerinnen, prägend für die Theater- und TV-Geschichte der DDR.

Ursula Karusseit. »Wege übers Land und durch die Zeiten« heißt das Buch, in dem sie aus ihrem Leben erzählt – erschienen im Verlag Das Neue Berlin, 190 S., geb., zahlreiche Fotos, 16,90 Euro.

Ursula Karusseit, es gehört zu den Geheimnissen jeder Biografie, wie sie sich zum unumkehrbaren Weg formt. Wie werden wir, was wir eines Tages sind? Was liegt schon in der Wiege, was ist Ergebnis bewusster Einflussnahme durch Erziehung oder erschütternde Erlebnisse? Kurzum: Die Liebe zum Theater – wurde sie bei Ihnen bereits im Elternhaus gelegt? Ihr Vater war Berufsschullehrer.
Karusseit: Nein. In Gera war ich als Schülerin nur ein einziges Mal im Theater, in Schillers »Kabale und Liebe«. Wahrlich eine Ausnahme. Denn meine Eltern fanden es überhaupt nicht gut und nützlich und ihrer Kultur generell nicht angemessen, an diesen Ort der Leichtfertigkeit und Sittenlosigkeit und schnulzigen Unterhaltung zu gehen.

Wollten Sie anfangs Film- oder Theaterschauspielerin werden?
Gedacht habe ich nur ans Theater – obwohl ich auf einem Foto von mir, mit zwölf Jahren, Filmschauspielerin geschrieben hatte. Später radierte ich den Schriftz...


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