Tanz auf der Sabana Grande

In Venezuela bemüht man sich um Aufklärung über Aids und verbesserte Prävention

  • Von Knut Henkel
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Lateinamerika wird oftmals vergessen, wenn es um HIV geht. Doch die Zahl der Infizierten steigt hier, mahnen Experten. Venezuela gilt laut UNAIDS, der Präventionsorganisation der Vereinten Nationen, als eines der Länder mit hoher Infektionsrate. Daran ändert sich derzeit allerdings einiges, argumentiert Aidsaktivist Marcel Quintana.

Die Transsexuelle Vanessa aus Caracas wirbt für HIV-Prävention.

Vanessa schlägt die Beine übereinander, grüßt mit einem koketten Lidschlag und rückt mit ihrem Stuhl ein Stück zur Seite, um den Weg zum zweiten Stuhl vor dem Schreibtisch von Marcel Quintana freizugeben. Der sitzt am Pult und telefoniert gerade mit dem Gesundheitsministerium. Der Raum wird von einem prall gefüllten Medikamentenschrank dominiert. Links und rechts davon stapeln sich Kartons mit Präparaten. »Das sind retrovirale Medikamente«, erklärt Vanessa, die den überraschten Blick gesehen hat. »Hier bei Ases de Venezuela holen viele HIV-Positive ihre Medikamente ab, es ist ein offenes Zentrum für Infizierte, Homo- und Transsexuelle wie mich«, erklärt die sorgfältig geschminkte 27-Jährige. Sie gehört zu den Multiplikatoren von Ases, wirbt im Rotlichtmilieu von Caracas für den Einsatz von Präsern und für den Bluttest.

»Der Umgang mit HIV und Aids hat sich in Venezuela in den letzten Jahren deutlich geändert. Zwar haben wir auch weiterh...

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