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Schweigen am Arbeitsplatz

Stagnierende Infektionszahlen in Deutschland / Aidshilfe will Stigmatisierung bekämpfen

  • Von Markus Bernhardt
  • Lesedauer: 2 Min.
Am gestrigen Weltaidstag fanden in vielen Orten der Bundesrepublik Solidaritätsaktionen mit HIV-positiven und aidskranken Menschen statt. Selbsthilfeorganisationen machten auf deren Probleme aufmerksam.

Der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) zufolge werden HIV-positive und aidskranke Menschen in unserer Gesellschaft immer noch stigmatisiert – beispielsweise am Arbeitsplatz, so Sylvia Urban, Mitglied im Bundesvorstand der DAH. Experten gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel der Betroffenen in Deutschland erwerbstätig sind. Viele würden ihre Krankheit jedoch aus Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes und aus Angst vor Diskriminierung und Mobbing verstecken. Die DAH kündigte daher an, das Thema HIV und Arbeit im kommenden Jahr zu einem ihrer Arbeitsschwerpunkte zu machen. So sollen Arbeitgeber, Beschäftigte, Betriebsräte, Mitarbeiter von Arbeitsagenturen, aber auch Betriebsärzte und die gesamte Gesellschaft auf bestehende Missstände hingewiesen und Lösungsansätze erarbeitet werden. Ziel sei es unter anderem, irrationale und unbegründete Ängste abzubauen, da man sich am Arbeitsplatz nicht mit dem HI-Virus infizieren könne, so Urban weiter. Aufgrund besserer Therapiemöglichkeiten hat sich die Infektion mit dem HI-Virus zu einer chronischen Krankheit entwickelt und hat nicht mehr wie noch zu den Anfängen der Epidemie in den 1980er Jahren den schnellen Tod zur Folge.

Aktuellen Erhebungen des Berliner Robert-Koch-Instituts zufolge leben in Deutschland derzeit etwa 67 200 Menschen, die mit dem Virus infiziert sind. Bei ca. 11 300 Personen ist die Krankheit Aids bereits ausgebrochen. Unter den Betroffenen finden sich etwa 55 000 Männer, 12 000 Frauen und 200 Kinder. Nach wie vor stellen Männer, die sexuelle Kontakte mit Männern haben, mit 72 Prozent die größte Betroffenengruppe dar. Über heterosexuelle Kontakte haben sich schätzungsweise 9200 Personen infiziert. Ungefähr 7500 Personen stammen aus so genannten Hochprävalenzregionen, also aus anderen Ländern, in denen die Zahl an HIV-Infizierten überdurchschnittlich hoch ist. Zudem sind in Deutschland etwa 8200 Drogengebraucher mit dem HI-Virus infiziert. Insgesamt starben in diesem Jahr 550 Menschen an den Folgen der Virusinfektion. Seit Beginn der Epidemie sind bereits 28 000 Menschen in Deutschland verstorben. Zwar sind die HIV-Neudiagnosen seit 2007 nicht mehr gestiegen, Entwarnung bedeutet dies jedoch keineswegs. »Die Aufforderung zum Schutz vor HIV/Aids und gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung wird auch zukünftig im Mittelpunkt unserer Aufklärungsarbeit stehen«, so Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Benutzten im Jahr 2004 zu Beginn einer Partnerschaft noch 70 Prozent der Partner Kondome, so sind es aktuell 81 Prozent. Das zeigt, dass sich das Schutzverhalten weiter verbessere. Die stagnierende Zahl der Neuinfektionen bestätigt das, so Elisabeth Pott.

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