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Zu viel Beton, zu wuchtig

Fußgängerbrücke überspannt den Regine-Hildebrandt-Park in Marzahn-Hellersdorf

  • Von Barbara Staacke
  • Lesedauer: 3 Min.

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Das Bauwerk im Park
Das Bauwerk im Park

Der zweite Teil des Regine-Hildebrandt-Parks steht kurz vor der Vollendung. Eigentlich sollte das 2,6 Hektar große Terrain östlich der Riesaer Straße schon vor einem Jahr für Spaziergänger zugänglich sein. Im Mai war schließlich die Gestaltung so gut wie abgeschlossen. Es fehlte nur noch die Steganlage.

Doch diese ließ auf sich warten. Wegen der weltweiten Stahlknappheit seien die Preise explodiert und das Geld müsse erst beschafft werden, begründete Landschaftsarchitektin Gabriele Wilheim, die bereits den anderen Teil des Parks vis-à-vis entwarf, die Verzögerung. In der Folge blieb die Anlage über Sommer und Herbst verwaist, und die Anwohner mussten sich mit dem Blick über den Bauzaun begnügen.

Seit einigen Wochen herrscht wieder Betriebsamkeit auf dem Gelände. Im Ergebnis schlängelt sich eine 75 Meter lange Fußgängerbrücke wie eine Gleisschleife durch die Parklandschaft. Um die Teile für die Montage der 500 Tonnen schweren Stahlbetonkonstruktion zu positionieren, musste ein Spezialkran eingesetzt werden, erzählen Jürgen Schulz und Thomas Hoehne. Die aus Lindow stammenden Männer haben alle 13 Brückenteile zusammengeschweißt. Nun geht es ans Abrüsten.

Indes findet die Brücke längst nicht bei allen Bewohnern ungeteilten Zuspruch. »Zu wuchtig für eine naturnahe Landschaft. Da passt solch ein Bauwerk nicht hinein«, meint Rosemarie Witte. Schließlich gebe es ringsum schon mehr Beton als genug.

Silvia Brotze spricht sogar von Verschandlung und totaler Geldverschwendung. Die vorhandene Holzbrücke hätte vollkommen genügt, so die Rollstuhlfahrerin. Mit ihrer Ansicht steht sie nicht alleine da. »Der Park ist schön, doch die Brücke hätte man sich sparen und das Geld in wichtigere Projekte investieren können«, ärgert sich Erika Radtke. »Notwendig ist die Brücke nicht, aber praktisch«, findet ein Rentner. Denn für Bewohner der Häuser an der Rathener Straße werde der Weg kürzer.

Seit mehr als 20 Jahren dient eine kleine Holzbrücke am östlichen U-Bahn-Ausgang als kürzeste Verbindung zur Heidenauer Straße. Unmittelbar daneben verläuft jetzt die »Steganlage«, die in Parkmitte rechts zum Fitnessstudio abschwenkt. Überdies bietet sich Gelegenheit, auf Designerbänken aus Edelstahl, die Aussicht aus fünf Metern Höhe auf Parklandschaft und Stadtkulisse zu genießen. Doch es werden auch beschauliche Plätze an Wegen und Parkhängen in unterschiedlichen Ebenen zum Verweilen einladen. Das wie ein Tal eingebettete Areal weist im Vergleich zur Umgebung einen Höhenunterschied von fünf bis sieben Metern auf und wird über insgesamt sechs Zugänge vom Stadtteilzentrum und Wohngebiet Heidenauer Straße erreichbar sein.

Falls der Frost nicht dazwischen funkt, wird laut Gabriele Wilheim die Anlage Ende Januar eingeweiht. Der Bezirk hofft, dass der Standort durch den Park mehr an Popularität gewinnt. Jahrelang war das Projekt auf Eis gelegt, weil der Investor des Stadtteilzentrums, die Mega AG, in Insolvenz ging. Schließlich konnte mit Geldern aus Stadtumbau Ost und Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur das Vorhaben doch noch in Angriff genommen werden. Insgesamt wurden mehr als vier Millionen Euro für beide Parkteile, die einen durchgängigen über fünf Hektar großen Grünzug bilden, verbaut.

Der neue Park ist jetzt um eine Fußgängerbrücke reicher, doch die Begeisterung darüber hält sich in Grenzen.

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