Auf Phnom Penhs Müllhalde enden die Träume

Für einen Hungerlohn arbeiten ganze Familien auf dem Abfallberg der kambodschanischen Hauptstadt

  • Von Robert Luchs, Phnom Penh
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Eines von rund 200 Kindern

Die Regenzeit müsste ihren Höhepunkt längst überschritten haben. Doch stundenlange tropische Regenfälle beweisen, dass auch in Kambodscha der Klimawandel die Gesetzmäßigkeiten durcheinanderwirbelt. Auf dem Weg zum östlichen Rand der Hauptstadt Phnom Penh kommt der Wagen nur langsam voran. Die Schlaglöcher sind mit Wasser gefüllt, noch hundert Meter, dann streikt der Fahrer.

Beim Aussteigen reicht der Schlamm fast bis zu den Knien. Beißender Qualm zeigt das Ziel an: die Müllhalden der Metropole. Schritt für Schritt geht es auf schwankendem Boden hinauf, vorbei an messerscharfen Glas- und Flaschenresten, an verrosteten Dosen und Plastiksäcken. Alle Abfälle Kambodschas scheinen sich hier aufzutürmen.

Rauchfahnen stehen über dem Hügel, dazwischen tauchen neben einigen in zerlumpte Jacken gehüllten Erwachsenen mehrere Kinder auf. Mit Stöcken stochern sie in den Überresten von den Schuttabladeplätzen der Millionenstadt Phnom Penh. Die 13-jäh...


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