Resteverwertung auf hohem Niveau

Die Michael Clark Company gastierte im Haus der Berliner Festspiele

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
»Come, been and gone« von Michael Clark

So ist das, wenn man sich auf die Pose des Skandalchoreografen kapriziert hat: Die Zuschauer erwarten immer mehr in derselben Richtung. Kunst aber bedeutet nicht Stillstand, Wiederholen des ewig Gleichen, sondern Entwicklung. Zwischen diesen zwei Polen zu pendeln, das eigene Markenzeichen zu bedienen und zugleich ein Fortschreiten zu beweisen, fällt nicht leicht, auch nicht dem Schotten Michael Clark.

Als er Anfang der 1990er, gerade 30, in Berlin gastierte, hatten seine Auftritte den Charakter einer Offenbarung. Extrem schlank und biegsam, ein Tanzengel mit der fulminanten Technik des preisgekrönten Absolventen an der Royal Ballet School London, bestach er durch jenes Spiel mit der klassischen Form: Souverän vermochte er sie ebenso zu zelebrieren wie zu dekonstruieren. Gewagte Kostüme und die Aura des Außergewöhnlichen machten seine Abende zu Sternstunden, ihn selbst zum gefragten Choreografen zwischen Europa und den USA. Bei der Wiede...


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