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Nookes Treuepunkte

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

Dass in einer Gesellschaft, in der eigentlich nur Leistung zählt, gelegentlich auch noch Treue belohnt wird, ist eine schöne Sache. Im vorliegenden Falle gleich eine doppelt schöne. Außenminister Westerwelle will den Job des Menschenrechtsbeauftragten neu besetzen. Nicht etwa, weil er etwas gegen den bisherigen Amtsinhaber hätte. Nein, Westerwelle möchte einfach nur einen treuen FDP-Parteifreund installieren. Wozu gewinnt man sonst Wahlen?

Leidtragender ist der bisherige Beauftragte Günter Nooke. Der war in der Endphase der DDR mal Bürgerrechtler, schwenkte in den 90ern vom Bündnis 90 zur CDU und kam auf deren Liste in den Bundestag. Nooke stieg so weit auf, dass er offenbar so etwas wie einen Versorgungsanspruch erreichte. Denn als er 2005 nicht wieder in den Bundestag kam, suchte seine Partei, nun in der Regierung, einen Job für ihn. Als Menschenrechtsbeauftragter machte er nicht all zu viel von sich reden; er kritisierte gern China und Russland bzw. Außenminister Steinmeier wegen zu großer Milde gegenüber diesen Staaten. Dagegen fand er an den Zuständen in Guantanamo nichts Besonderes auszusetzen. Abgelöst wird dieser verdiente Kader erst, wenn die Regierung »eine vergleichbare Aufgabe« für ihn gefunden hat. Treue zahlt sich eben aus.

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