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Von Elfi Schramm
08.12.2009

Druck führt zur Depression

Neue Selbsthilfeorganisation sieht Betroffene als Ratgeber

In Deutschland leiden heute ca. vier Millionen Menschen an einer depressiven Störung. 15 Prozent aller Depressiven mit einem schweren Krankheitsverlauf erleben einen so hohen Leistungsdruck, dass sie sich das Leben nehmen. Das sind pro Jahr rund 12 000 Menschen deutschlandweit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte diese Krankheit bereits vor Jahren als weltweit teuerste ein.

Die Depression ist eine behandlungsbedürftige, ernst zu nehmende Erkrankung. Es fehlt an Aufklärung auf allen Ebenen, um Menschen vor einem Suizid zu bewahren, wie das jüngste Beispiel des Fußballspielers Robert Enke zeigt.

Experten sind überzeugt: Nur eine Minderheit der Erkrankten erhält eine optimale Behandlung. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Oft schweigen die Betroffenen, weil die Krankheit stigmatisiert und gesellschaftliche sowie berufliche Ausgrenzung bewirkt. Andererseits gibt es Defizite in der ärztlichen Behandlung, der Psychotherapie, dem medikamentösen Angebot. Im Mai 2009 hat sich deshalb die Depressionsliga aus Betroffenen und Angehörigen gegründet. Sie möchte helfen, die Situation der Erkrankten zu verbessern. Depressive und Angehörige sollen dabei unterstützt werden, sich selbst zu helfen.

Die Gründungsmitglieder mit ihrem Vorsitzenden Thomas Müller-Rörich glauben, dass niemand die Krankheit so gut versteht wie ein Betroffener selbst. In diesen Tagen soll die E-Mail-Beratung starten, ab Januar 2010 eine Telefonhotline. Der gemeinnützige Verein hofft auf Spenden aus der Bevölkerung sowie eine hohe Mitgliederzahl. Mit den Krankenkassen ist man im Gespräch über finanzielle Unterstützung.

Der neu gegründete Verein will die Öffentlichkeit verstärkt über das Krankheitsbild aufklären. »Depressionen entstehen aus Situationen, die als auswegloser Druck empfunden werden«, so Müller-Rörich, der selbst vier Jahre lang darunter litt. Seiner Meinung nach müssen auch Ärzte von Betroffenen geschult werden. Dies versteht er nicht im medizinischen Sinn, sondern im Umgang mit den Patienten. Wochenlanges Warten auf einen Termin und monatelanges Hoffen auf eine Therapie sollten in Zukunft vermieden werden.

Der von Politik und Pharmaindustrie unabhängige Verband möchte seine Erfahrungen mit der Krankheit weitergeben und sich damit von der Stiftung »Deutsche Depressionsliga« und dem »Deutschen Bündnis gegen Depressionen e.V.« abheben. Die beiden großen Vereine unterstützen durch finanzielle Hilfe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung intensivere Erkundungen über die Ursachen, die Behandlungsmöglichkeiten sowie die Weiterbildung von Ärzten. In mehreren Modellversuchen konnte unter anderem die Kooperation mit Hausärzten vorangetrieben sowie Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer, Pfarrer oder Pfleger organisiert werden. Wer Rat sucht, erhält Listen von Kliniken und Krisendiensten sowie Adressen von Psychotherapeuten. Auch zahlreiche ortsgebundene Selbsthilfegruppen bieten Beratung und Hilfe an.

Die erste deutsche Depressionsliga will mit ihrer Existenz erstmals die Kompetenz der Erkrankten einbringen. »Es wird Zeit, dass auch die Betroffenen selbst etwas für die Verbesserung ihrer Situation tun«, so Müller-Rörich. Es gibt bisher keine ausreichenden Untersuchungen über die Ursachen für Depressionen, aber die enorme Zunahme der Krankheit in den letzten Jahren, speziell in den Industrieländern und besonders unter jungen Menschen, macht deutlich, dass hier ein gesellschaftliches Phänomen vorliegt. Zunehmende Armut, eine immer brutaler werdende Arbeitswelt sowie das Schwinden sozialer Zusammenhalte dürften dazu beitragen.

Deutsche DepressionsLiga,
PF 1151, 71405 Schwaikheim
www.depressionsliga.de
kontakt@depressionsliga.de

Kompetenznetz Depression, Suizidalität; Universitätsklinikum Leipzig, Semmelweisstraße 10,
04103 Leipzig, Tel.: 0341 9724 530/9

Internet: www.kompetenznetz-depression.de, www.buendnis-depression.de

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