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Klimasünden der Landwirtschaft

Emissionen durch Stickstoffdünger, Massentierhaltung und Landhunger

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Einer der großen Klimasünder ist die Landwirtschaft. Von Reduktionszielen war hier bislang keine Rede.

Rund 12 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen gehen nach Berechnungen des UN-Klimarates direkt auf das Konto der Landwirtschaft. Und sie gehört zusammen mit dem Verkehr zu den Sektoren, die entgegen dem Trend ihren Ausstoß zuletzt noch deutlich erhöht haben. Allein zwischen 1990, dem Referenzjahr für die Reduktionsziele des Kyoto-Protokolls, und 2005 nahmen die agrarischen Emissionen um 17 Prozent zu – Tendenz weiter steigend.

Dabei spielen in der Landwirtschaft Kohlendioxid-Emissionen kaum eine Rolle. Das Problem ist der Ausstoß des 22 Mal klimaschädlicheren Methans, das vor allem in der intensiven Haltung von Rindern und Schafen anfällt, und von Lachgas, einem Klimakiller, der 300 Mal so wirksam wie CO2 ist. Letzteres geht auf den massiven Einsatz von Stickstoffdünger in den Industrie- und Schwellenländern zurück. Dadurch können die Nutzpflanzen den Stickstoff nicht vollständig aufnehmen, er gelangt ins Grundwasser und in die Luft.

Untersuchungen des Jenaer Max-Planck-Institut für Biogeochemie haben ergeben, dass in der EU die Stickoxid- und Methanemissionen aus der Landwirtschaft den Treibhausgas-Speichereffekt der hiesigen Wälder, Moore und des Grünlands überkompensieren. Damit setze die Landoberfläche Europas jährlich auch nach der Nettorechnung 34 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent frei.

Rechnet man die indirekten Folgen hinzu, ist die Landwirtschaft sogar für bis zu ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wenn für die rapide zunehmende Gewinnung neuer Agrarflächen Tropenwald abgeholzt wird, geht dessen Funktion als CO2-Senke verloren. Und die Trocklegung von Mooren setzt überdies riesige Mengen an CO2 frei. Dies findet zwar hauptsächlich in Entwicklungsländern statt, doch die gerodeten Flächen decken vor allem den Bedarf im Norden und in aufstrebenden Schwellenländern. So werden auf den neuen Agrarflächen Sojabohnen für Tierfutter und Biodiesel und Ölpalmen zur Gewinnung von Energierohstoffen angebaut.

Bei den internationalen Klimaschutzverhandlungen hat die Landwirtschaft trotz ihrer großen Bedeutung bisher kaum eine Rolle gespielt. In Kopenhagen gibt es jedoch einen Vorstoß der agrochemischen Industrie unter dem Begriff Begriff »conservation agriculture« (bewahrende Landwirtschaft), den Einsatz umstrittener neuer Hightech-Anbaumethoden oder des Einsatzes genmanipulierten Saatguts mit Emissionszertifikaten zu belohnen, die verkauft werden können.

Umweltverbände wie Greenpeace fordern dagegen einen ökologisch verträglichen Umbau der industriellen Landwirtschaft und eine Klimaabgabe auf mineralische Stickstoffdünger. Und die in Kopenhagen mitverhandelnde UN-Ernährungsorganisation FAO regt an, Kleinbauern in Entwicklungsländern dafür zu bezahlen, dass sie im Sinne des Klimaschutzes handeln. Dafür könnten die »riesigen Summen« des Emissionshandels verwendet werden, so FAO-Vizedirektor Alexander Müller.


Es muss nicht die teure Solaranlage auf dem Dach sein – oft genügt schon ein Handgriff, um etwas für den Klimaschutz zu tun.

  • 7.30 Uhr – Zum Frühstück einen Tee? Nicht mehr Wasser heiß machen, als tatsächlich für den Becher oder die Kanne nötig ist – so lassen sich nach EU-Berechnungen bis zu 25 Kilogramm CO2 im Jahr einsparen. Vor dem Verlassen des Hauses die Heizung runterdrehen. Eine nur um ein Grad niedrigere Raumtemperatur spart bis zu sechs Prozent Heizenergie. Aber Achtung: Die Räume sollten nicht auskühlen.
  • 9.00 Uhr – Am besten zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit: Wer an 200 Tagen im Jahr sechs Kilometer radelt statt mit dem Auto zu fahren, kann seinen CO2-Ausstoß um rund 240 Kilo senken.
  • 12.30 Uhr – Mittagessen: Wer etwas fürs Klima tun möchte, wählt Gemüseauflauf oder zumindest Hühnerfrikassee statt Rinderbraten. Ein Rinderbraten schlägt mit 13,3 Kilo CO2 pro Kilogramm Fleisch zu Buche. Klimabewusste Verbraucher essen seltener Fleisch- und Milchprodukte.
  • 17 Uhr – Feierabend! Beim Einkauf im Supermarkt mitgebrachte Taschen statt Einwegtüten benutzen. 200 Plastetüten entsprechen nach EU-Berechnungen bis zu acht Kilo CO2. Und: Das Auto bleibt zuhause.
  • 18.30 Uhr – Die Waschmaschine läuft. Ganz voll natürlich. Dann das spart laut EU-Studien bis zu 45 Kilo CO2 im Jahr ein. Wer obendrein auf den Trockner verzichtet, drückt die CO2-Emissionen um weitere 280 Kilo.
  • 20.00 Uhr – Entspannung: Wer überflüssige Lampen ausknipst, macht es daheim nicht nur gemütlicher, sondern hilft auch beim Energiesparen. Energiesparlampen halten zudem rund zehn Mal so lange wie herkömmliche Glühbirnen, verbrauchen zudem nur ein Viertel des Stroms. Nach dem Fernsehen auch die Stand-by-Funktion am Fernseher ausschalten. Elektrogeräte in Warteposition fressen nämlich auch Strom, wenn sie nicht in Betrieb sind. AFP/ND

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