Eine Aktivistin des Leidens

Heute erhält Herta Müller in Stockholm den Nobelpreis für Literatur

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Wer in Not ist, schreit und sucht nach einer Hand. Die muss nicht mal gewaschen sein; die gefürchtete harte Hand wäre jetzt sogar die hilfreichste. Man nähme gegen Sumpf oder Absturz sogar eine Mörderhand. Nur raus und weg und festen Boden unter die Füße!

Wer in Not ist, aber noch die eigene Hand rühren kann, zum Schreiben etwa, das einem Schrei gleichkommt, der liefert sich dem Wunder einer furchtbaren Gleichzeitigkeit aus: Er rettet sich und bleibt doch ein Mensch in Bedrängnis. Er fasst etwas derart in Worte, dass es einer Befreiung ähnlich wird, aber doch weiter zufasst wie ein abgerichteter scharfer Hund. Erinnerung hat Krallen und kennt deine weichsten Stellen. Du bannst das Leben, aber kannst nicht beruhigter schlafen. Jeder geschriebene Satz legt einen Boden unter die Füße, der schwankt. Rettung sähe anders aus.

Vielleicht rettet die Einsicht, dass es nach bestimmten Erfahrungen Rettung nicht geben kann. Man kann die Erfahrung ...

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