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  • Kalenderblatt

Die AWO

  • Von Martin Stolzenau
  • Lesedauer: 2 Min.

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Am 13. Dezember 1919 wurde in Berlin der »Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD« gegründet. Die Gründungsmutter hieß Marie Juchacz. Sie fungierte als Frauensekretärin der Partei, gehörte dem Parteivorstand an, war Mitglied der verfassungsgebenden Nationalversammlung und hatte als erste Frau in einem deutschen Parlament im Februar 1919 eine programmatische Rede gehalten. Reichspräsident Friedrich Ebert, der Juchacz sehr schätzte, stellte die Neugründung unter das Motto »Arbeiterwohlfahrt ist die Selbst- hilfe der Arbeiterschaft«.

Juchacz war auch die erste Vorsitzende der Organisation (bis 1933). Sie orientierte zunächst darauf, die durch den Ersten Weltkrieg hervorgerufene Not zu lindern. Inspiriert von Lina Morgenstern und deren Suppenküchen Ende des 19. Jahrhunderts organisierte sie Mittagstische für Bedürftige. Dazu gesellten sich schnell Werkstätten zur Selbsthilfe, Nähstuben und Beratungsstellen. Die Arbeiterwohlfahrt entwickelte sich zu einem dezentralen Wohlfahrtsverband, der über Ortsvereine getragen wurde und im Verlaufe der Weimarer Republik zu einer flächendeckenden Hilfsorganisation für alle sozial Schwachen avancierte.

Die Versuche der Nazis, die AWO gleichzuschalten und ins NS-Machtgefüge zu integrieren, scheiterten. Die AWO blieb sich treu, wurde verboten, arbeitete teilweise illegal weiter und verhalf Verfolgten zur Flucht. Marie Juchacz selbst musste, auf der Schwarzen Liste der Nazis, ebenfalls emigrieren. Von den USA aus organisierte sie nach Kriegsende Hilfsaktionen für die notleidende Bevölkerung im zerstörten Deutschland.

Die AWO wurde 1946 in Hannover neu gegründet. Sie deklarierte sich nun als parteipolitisch sowie konfessionell unabhängige Hilfsorganisation für sozial schlechter gestellte Menschen. Marie Juchacz kehrte 1949 in die Heimat zurück und wirkte fortan als Beraterin sowie Ehrenvorsitzende der AWO-Nachfolgeorganisation, die in der DDR keine Zulassung erhielt und erst nach der Wende auch in Ostdeutschland aktiv werden konnte. Sie betreut inzwischen hauptsächlich Behinderte sowie Senioren, unterhält Kindergärten sowie Beratungsstellen.

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