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»Ich bin begeistert von diesem Projekt«

Das Zentrum Xochilt Acalt in Nicaragua vermittelt Frauen landwirtschaftliche Weiterbildung

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Das Frauenzentrum Xochilt Acalt hilft in Nicaragua Frauen bei ihrem Weg aus der Arbeitslosigkeit. INKOTA-Projektreferent Willi Volks berichtet von seiner Begegnung mit Teodora Sánchez, Veterinärmedizinerin aus Malpaisillo.
Teodara Sánchez (l.) und Darlin Arauz freuen sich über ihr Projekt.
Teodara Sánchez (l.) und Darlin Arauz freuen sich über ihr Projekt.

Wir fahren mit dem Toyota Pick-up unserer Partnerorganisation »Xochilt Acalt« über Stock und Stein und einmal sogar durch einen Fluss von der Kreisstadt Malpaisillo nach El Piñuelar, in eine der Projektgemeinden. Die mühsame Fahrt hält Teodora Sánchez, die in dem Projekt als Veterinärmedizinerin arbeitet, nicht davon ab, mir von ihrer neuen Arbeit zu berichten. »Ich arbeite erst seit Oktober in Malpaisillo und als erstes war ich beeindruckt davon, dass alle Frauen eigenes Land haben, auf dem sie ihre Schafe und Ziegen hüten. Dadurch haben sie eine Grundlage für eine eigenständige ökonomische Entwicklung. Eine Frau mit eigenem Grundstück, das findet man in Nicaragua sehr selten«, sagt sie und ist sehr froh darüber, dass das neue Projekt auch die Übergabe weiterer Grundstücke an Frauen vorsieht.

Inzwischen sind wir in El Piñuelar angekommen, wo sich Darlin Arauz zu uns gesellt. Sie spielt in dem Projekt so etwas wie eine Doppelrolle: Zum einen arbeitet sie schon seit zwei Jahren als Veterinärtechnikerin in ihrer Heimatgemeinde und wird dies auch weiterhin tun, »nur besser«, wie sie meint. Damit spielt sie auf die Weiterbildung an, die sie durch dieses Projekt erhalten wird. »Es geht um die Einführung von Elementen der Naturmedizin in die veterinärmedizinische Betreuung«, klärt mich Teodora auf. Sie wird diesen Teil der Ausbildung zusammen mit Carlos Saenz, einem Veterinärmediziner von der Universität in León, leiten. Saenz erarbeitet gerade eine kleine Broschüre über die Anwendung von Naturheilmitteln in der Veterinärmedizin, speziell für Technikerinnen wie Darlin mit vielen praktischen Beispielen und Hinweisen. »In Nicaragua ist das neu, es gibt aber schon gute Erfahrungen, zum Beispiel aus Venezuela oder Kuba«, sagt Teodora und führt weiter aus, dass diese Ausbildung zu einer ökologischen Tierhaltung beiträgt. Ziel ist es, dass Frauen wie Darlin sich diese Erkenntnisse aneignen und Schritt für Schritt in ihre tägliche Arbeit einbeziehen, was auch die Kosten der Tierbetreuung verringert. »Dann werde ich auch Naturmedizin in meiner veterinärmedizinischen Hausapotheke haben«, schmunzelt Darlin, vorher aber wird sie sich ein Jahr lang zwei Mal monatlich zu Teodora auf die »Schulbank« setzen und viel Neues lernen.

Neues lernen musste auch Teodora schon, die frisch von der Uni nach Malpaisillo kam. Bestimmte »volkstümliche« Krankheitsbezeichnungen musste sie sich zum Beispiel erst erklären lassen. Demnächst aber wird sie vor allem Wissen an fast 70 Frauen weitergeben, die als Veterinärtechnikerinnen aus- oder weitergebildet werden. Die Anfängerinnen unter ihnen lernen dann das, was Darlin schon heute kann: kastrieren, impfen, Geburtshilfe leisten, einfache Krankheiten behandeln und eine Hausapotheke führen. Die Fortgeschrittensten aber eignen sich anwendbares praktisches Wissen über Naturmedizin an. Alle zusammen werden sie dann die Betreuung der Tiere von 500 Halterinnen in 30 Dörfern ihrer Region in die Hände nehmen.

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