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Dreister Boss

  • Von Oliver Händler
  • Lesedauer: 1 Min.

Eishockey wird mal wieder zur Streitarena zwischen Amerikanern und Russen. Doch wo früher Politik war, herrscht heute Geld. Als 1980 eine College-Auswahl der USA im Olympiafinale sensationell die Sowjetunion bezwang, war das – zumindest für viele US-Amerikaner – ein kleiner Sieg im Kalten Krieg. Nachdem die Bosse der nordamerikanischen Profiliga NHL für ihre »Heimspiele« bei Olympia 2002 in Salt Lake City und 2010 in Vancouver zusagten, die Saison zu unterbrechen und ihre Profis freizustellen, ist ihnen eine Pause für das Turnier 2014 ausgerechnet in Sotschi nicht profitabel genug.

Gary Bettman, Commissioner der NHL, erklärte unverblümt: »Wir profitieren ganz anders von Olympischen Spielen in Nordamerika, als von denen in Russland.« Die Sendezeiten seien nicht optimal, meinte er und löste damit bei den russischen Profis der NHL einen Sturm der Entrüstung aus. »Wenn mir jemand sagt, dass ich nicht für mein Land bei Olympia spielen darf, sage ich Tschüss!«, drohte Alexander Owetschkin, der als bester Spieler der Liga gilt. Auch andere Landsleute drohen und bekommen bereits Rückendeckung durch kanadische Stars, die im Februar vor ihrem Heimpublikum spielen dürfen.

Ein Streik der besten Spieler in den Play-offs könnte für Bettman sogar noch teurer werden. Für seine Dreistigkeit ist ein solcher ihm zu wünschen.

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