Werbung

Im Osten droht jedem Fünften Armut

Große Unterschiede zwischen Nord und Süd

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das Armutsrisiko bleibt in Ostdeutschland auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung deutlich höher als im Westen – allerdings nimmt der Anteil von Armut bedrohter Menschen in den alten Bundesländern zu.

Wiesbaden (dpa/epdND). Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, waren 2008 bundesweit 14,4 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. In den alten Bundesländern (ohne Berlin) lag die Quote bei 13,1 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Im Osten blieb der Anteil unverändert bei 19,5 Prozent. Gemäß der Definition der Europäischen Union gelten Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen.

Nach Angaben der Statistiker sind lediglich ältere Menschen über 65 Jahre in Ostdeutschland weniger stark von Armut bedroht als im Westen. Außerdem sei der Anteil der armutsgefährdeten Frauen im Westen höher als bei den Männern. Im Osten seien keine »nennenswerten Unterschiede« festgestellt worden. Bundesweit seien besonders Erwerbslose sowie Alleinerziehende und deren Kinder betroffen.

Große Unterschiede ermittelten die Statistiker auch zwischen Nord und Süd: Fast jeder Vierte (24,0 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern und mehr als jeder fünfte Bremer (22,2 Prozent), aber nur knapp jeder Zehnte in Baden-Württemberg (10,2 Prozent) und Bayern (10,8 Prozent) war im vergangenen Jahr armutsgefährdet.

2008 lag der Grenzwert für Single-Haushalte in Deutschland bei 787 Euro. Bei Haushalten mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren betrug die Schwelle 1652 Euro.

Das Statistische Bundesamt informierte am Dienstag auch über die steigende Zahl der Sozialhilfeempfänger in Deutschland. Danach erhielten 2008 rund 1,2 Millionen Menschen besondere Sozialhilfeleistungen nach dem Sozialgesetzbuch – 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rund 15,2 Milliarden Euro wurden dafür aufgewendet, vier Prozent mehr als 2007. Sozialhilfe beziehen vor allem behinderte, pflegebedürftige und alte Menschen. Erwerbsfähige und deren Familien erhalten bei Bedarf Hartz-IV-Leistungen.

Die mit Abstand wichtigste Sozialhilfe-Leistung ist die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen, die 2008 an 713 000 Betroffene gezahlt wurde. Darunter fallen zum Beispiel Heim- und Wohnkosten, etwa in betreuten Wohngruppen, oder Unterstützung in Behinderten-Werkstätten. Die Empfänger der Leistungen waren mit durchschnittlich 32,5 Jahren vergleichsweise jung. Rund 397 000 Menschen erhielten Hilfe zur Pflege. Interview Seite 8

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!