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Mikado ohne Bodenhaftung

Schüler aus Österreich erobert für Spieleklassiker die dritte Dimension

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Er dürfte der jüngste Spielerfinder der Szene sein. CHRISTIAN SOVIS aus dem österreichischen Stockerau bei Wien war gerade mal 13 Jahre alt, als ihm eine neue Version des bekannten Mikado einfiel. Inzwischen ist sein »Klickado« sogar mit dem »Deutschen Lernspielpreis 2009« ausgezeichnet worden. ND-Autor RENÉ GRALLA sprach mit dem heute 16-jährigen kreativen Gymnasiasten.
Christian Sovis testete den Prototyp vor allem mit Schwester Barbara.
Christian Sovis testete den Prototyp vor allem mit Schwester Barbara.

ND: Warum wollten Sie den Klassiker Mikado unbedingt verbessern?
Sovis: Das ist purer Zufall gewesen. Als ich an irgendeinem Tag allein zu Hause war und mich langweilte, hatte ich gerade nichts Besseres zur Hand als Mikado. Das fand ich aber eigentlich ziemlich fad, und so habe ich begonnen, einfach mal daran rumzuprobieren.

Wie funktioniert »Klickado«?
Zuerst müssen sie ein Gestell aufbauen. An einem Querbalken hängt ein Magnet, der Igel. Nun sollen sie versuchen, ihre Stäbchen am Igel zu befestigen. Die längeren Teile haben magnetische Metallringe, die haften natürlich am Körper des Igels. Die nichtmagnetischen Stäbchen müssen oben draufgestapelt werden. Der Spieler, der als erster seine Stäbchen los wird, hat gewonnen.

Sie haben Mikado also quasi vom Boden in den Luftraum verlegt. Zunächst fertigten Sie einen Prototyp an …
… ja, komplett aus Holz, und den habe ich in der Familie getestet. Vor allem mit meiner Schwester Barbara, aber auch mit Freunden, und weil allen das neue Mikado gut gefallen hat, meinten meine Eltern, »vielleicht wird etwas draus«. Sie haben das Spiel über eine Agentur verschiedenen Herstellern angeboten, und einer hat es tatsächlich genommen.

Ihr Spiel trägt jetzt sogar das Gütesiegel »Deutscher Lernspielpreis«.
Das hat mich selber überrascht. Klar, beim »Klickado« kann man Geschicklichkeit und Konzentration trainieren, trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass ich gleich diesen Preis abräumen würde.

Sie sind noch Schüler und bringen schon anderen das Lernen bei. Gab es Glückwünsche oder Sticheleien in der Klasse?
Die haben sich alle für mich gefreut.

Motiviert Sie dieser Erfolg, weitere Spiele zu erfinden?
Sicher, ich experimentiere gerade. Das geht wieder in Richtung Geschicklichkeitsspiele.

Was einigermaßen verwundert: Sie gehören zur Computergeneration, basteln aber nebenbei Spiele richtig zum Anfassen.
Das widerspricht sich doch nicht, ich sitze auch viel am Rechner. Am Gymnasium belege ich momentan einen Informatikkurs.

Kritiker warnen, dass Computerspieler in die soziale Isolation abgleiten .
Das stimmt nicht! Gerade bei Onlinespielen haben die Teilnehmer sehr viel Kontakt mit anderen Leuten. Wir treffen uns in einem Raum und hacken dort nicht nur stumm auf die Tastaturen, sondern reden und lachen miteinander. Das macht viel Spaß, niemand hockt einsam in einer Kammer.

Vielleicht können Sie die ultimative Fusion aus traditioneller Spielform und digitalem Zeitalter kreieren, indem Sie Ihre Mikadovariante für den Computer programmieren?!
Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Das könnte ziemlich interessant sein.

»Klickado«, für ein bis fünf Spieler ab 5 J.; Schmidt Spiele, ca. 29 €

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