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Schwerelose Weihnacht

Gastmannschaft auf ISS mit Fest-Menü erwartet

  • Von Jacqueline Myrrhe
  • Lesedauer: 4 Min.

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Bestrahlte Räucherpute und wärmebehandelte Süßkartoffeln – das haben die Ernährungsexperten der NASA sowie die Astronautin Sandra Magnus, die 2008 auf der Internationalen Raumstation ISS Weihnachten feierte, dieses Jahr für die Kollegen an Bord zusammengestellt. »Die NASA ist stets bestrebt, den Astronauten auf der Station eine Weihnachtsüberraschung zu bereiten«, sagte NASA-Astronaut Scott Altman diese Woche während seiner Tour durch Europa. »Auch wenn Weihnachten nicht immer dienstfrei ist, so versucht man, die Tage mit Videobotschaften, kleinen Geschenken und schönem Essen besonders nett zu gestalten.«

Der NASA-Astronaut Steven Smith z.B. hatte am 24. Dezember 1999 sogar noch einen über achtstündigen Außeneinsatz zu absolvieren. Er und seine Mannschaft waren mit der dritten Wartungsmission für das Weltraumteleskop »Hubble« beschäftigt. Die NASA legte Wert darauf, die Astronauten vor dem Jahreswechsel wieder zu Hause zu haben, um etwaigen Computerproblemen bei der Umstellung auf das Jahr 2000 vorzubeugen. Steven Smith erinnert sich an die nur siebentägige STS-103-Mission: »Trotz des knappen Fahrplans haben wir uns Zeit für ein Weihnachtsfoto genommen. Jeder hatte eine Weihnachtsmannmütze dabei und wir waren ziemlich ehrgeizig, die Mützen so echt wie beim Weihnachtsmann aussehen zu lassen. Das ist in der Schwerelosigkeit nicht einfach, weil die Zipfel mit der Bommel nicht nach unten fallen, sondern wie Zwergmützen aufrecht schweben. Das konnten wir nicht gelten lassen! Einer kam dann auf die Idee, die Bommel mit Klettband am Mützenrand zu fixieren. Das war die Rettung für unser weihnachtliches Mannschaftsfoto im Space Shuttle.« Am 25. Dezember gab es für die Mannschaft den Song von Bing Crosby »I'll be home for Christmas« als Weckruf. Kommandant Curt Brown dankte der Bodenstation in Houston: »Frohe Weihnachten für alle auf der Erde. ›Hubble‹ wird Weihnachten wieder zu Hause sein, denn heute können wir das Teleskop wieder aussetzen.«

Der einzige Deutsche, der bislang zum Jahreswechsel im Kosmos weilte, ist Thomas Reiter. Sein erster Langzeiteinsatz auf dem Orbitalkomplex »Mir« ließ ihn den Jahreswechsel 1995/96 in der Erdumlaufbahn erleben. Seine beiden russischen Kollegen feierten zwar keine Weihnachten, den Rutsch ins neue Jahr dafür aber um so fröhlicher. Reiter sagte dazu: »Es war ein ganz besonderer Abend – zwar weit weg von unseren Familien, trotzdem ist es ein besonderes Gefühl, an solch einem Tag im Weltall zu sein. Wir hatten kein Feuerwerk und es gab auch keinen Champagner. Wir haben aber trotzdem ausgiebig gefeiert. Man umkreist die Erde ja 16 Mal an einem Tag …« Fast hätte es Reiter vor zwei Jahren wieder geschafft, zu Weihnachten im Kosmos zu sein. Trotz einiger Verspätungen wurde er jedoch mit dem Space Shuttle am 22. Dezember 2006 von der ISS abgeholt und konnte das Fest der Familie auf der Erde verbringen.

Gegenwärtig sind lediglich zwei Besatzungsmitglieder an Bord der ISS: der NASA-Astronaut Jeffrey Williams und der russische Kosmonaut Maxim Surajew. Allerdings werden sie richtigen Weihnachtsbesuch bekommen. An diesem Wochenende wird ein Sojus-Raumschiff mit drei weiteren Raumfahrern von Baikonur aus zur ISS starten. Der Russe Oleg Kotow, der US-Amerikaner Timothy Creamer und der Japaner Soichi Noguchi werden am 22. Dezember andocken und bis Mai 2010 auf der Station bleiben.

Die NASA versicherte, dass die Vorräte an Bord mit einer Auswahl an 250 verschiedenen Artikeln für alle fünf eine frohe Weihnacht und einen gebührenden Jahreswechsel garantieren. Auch wenn Russen traditionell Weihnachten nicht feiern, so hat es sich auf der ISS eingebürgert, die Feiertage gemeinsam zu begehen. Selbst der Japaner wird beim Schmücken der ausklappbaren Plastiktanne helfen und auf dem traditionellen Weihnachtsfoto mit Zipfelmütze dabei sein.

Die berühmtesten Weihnachtsgrüsse aus dem Weltall wurden allerdings am 24. Dezember 1968 in einer Live-Fernsehübertragung aus der Mondumlaufbahn gesandt. An Bord von »Apollo 8« lasen die drei NASA-Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell die ersten Verse der biblischen Schöpfungsgeschichte als Weihnachtsbotschaft »für alle Menschen auf der Erde«.

Für alle Frühaufsteher noch der Tipp, dass die ISS bis zum ersten Weihnachtsfeiertag als leuchtender Punkt am frühen Morgenhimmel sichtbar ist.

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