Der Mensch als Maschine

Vor 300 Jahren wurde Julien de La Mettrie geboren

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Diderot nannte ihn scham- und sittenlos. Und selbst ein Freigeist wie Voltaire sah in ihm einen »Zerstörer der Tugend«. Die Rede ist von dem französischen Arzt und Philosophen Julien Offray de La Mettrie, der es gewagt hatte, den Menschen als Maschine zu beschreiben, »die selbst ihre Federn aufzieht«. Eine solche Sichtweise stand im klaren Gegensatz zur dualistischen Auffassung von René Descartes, wonach die Realität in den körperlosen Geist (res cogitans) und die ausgedehnte Materie (res extensa) separiert ist. La Mettrie hingegen erklärte alle Gedanken und Gefühle kausal aus Muskelbewegungen, Nervenimpulsen und dem Spiel der Körpersäfte. »Die Seele ist also nur ein leerer Begriff«, schrieb er, »nur ein empfindlicher materieller Teil des Gehirns, den man als eine Haupttriebfeder der ganzen Maschine ansehen kann.« Nie zuvor in der Geschichte der europäischen Philosophie sei Gott so radikal und unverhohlen ge...

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