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»Fiesta«-Freunde machen mobil

Geplantes Verbot in Katalonien schreckt die Stierkampfbranche auf

  • Von Hubert Kahl (dpa), Madrid
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die Initiative von Tierschützern, die mit 180 000 Unterschriften ein Volksbegehren zu einem Stierkampfverbot in der Region Katalonien einleiteten, hat die Branche dieser spanischen Tradition aufgeschreckt.

Das geplante Verbot von Stierkämpfen in Katalonien wirkt auf Spaniens Toreros wie ein rotes Tuch. »Wir müssen mehr denn je zusammenstehen«, appellierte der Stierkämpfer Serafín Marín an die Branche. »Wenn wir mit einer Stimme sprechen, bin ich mir sicher, dass es noch für lange Zeit Stierkämpfe geben wird.«

Die spanischen Toreros, die Stierzüchter und die Manager schienen sich bereits damit abgefunden zu haben, dass immer weniger Spanier von den Kämpfen etwas wissen wollten und es mit der »Fiesta« unaufhaltsam bergab ging. Die Anhänger der Fiesta befürchten, ein Verbot in Katalonien könnte dem Stierkampf in ganz Spanien den Todesstoß versetzen. »Wenn die Tierschützer 180 000 Unterschriften sammeln, können wir eine Million zusammenbekommen«, meint José Antonio Martínez Uranga, Betreiber der Madrider Stierkampfarena »Las Ventas«. Der Wirt einer nahe gelegenen Stammkneipe von Fans des Star-Toreros José Tomás ergänzte: »Ein Verbot von Stierkämpfen wäre so, als nähme man uns den Flamenco weg.«

Spaniens sozialistische Regierung von Premier José Luis Rodríguez Zapatero scheint das ähnlich zu sehen. Sie sprach sich gegen ein Verbot aus. »So etwas steht nicht in unserem Programm«, sagte die Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega. »Die Fiesta hat ihre Gegner, aber sie genießt auch einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung.« Ausnahmsweise ist sich da sogar die Opposition der konservativen Volkspartei (PP) mit der Regierung einig. »Wer Stierkämpfe nicht mag, sollte einfach nicht hingehen«, meinte die PP-Generalsekretärin María Dolores de Cospedal.

Auch Intellektuelle und Künstler sprangen der Stierkampfbranche bei. Der Schriftsteller Mario Vargas Llosa, der neben der peruanischen auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, betonte: »Die Kampfstiere sind während der Aufzucht die am besten gehegten Tiere der Welt. Wenn der Stierkampf verboten wird, verschwindet eine Art, die nur für die Fiesta entwickelt wurde.«

Dagegen sehen die Stierkampfgegner im Beschluss des katalanischen Parlaments einen Erfolg für den Tierschutz. »Die Menschenrechte sind in Spanien garantiert, nun ist es an der Zeit, auch an die Rechte der Tiere zu denken«, sagte Leonardo Anselmi, Sprecher der Bürgerinitiative »Prou!«, die das Volksbegehren eingeleitet hatte. Am Freitag hatte die Initiative zu einem Stierkampfverbot in Katalonien im Regionalparlament in Barcelona die erste Hürde genommen.

Antonio Lorca, Stierkampf-Kritiker der Zeitung »El País», gibt allerdings zu bedenken, dass die Tierschützer ihrer eigenen Sache einen schlechten Dienst erwiesen hätten. »Die Initiative hat die Stierkampfbranche aus ihrer Lethargie gerissen«, schrieb Lorca. »Ohne das Volksbegehren wäre der Stierkampf in Katalonien von allein gestorben, sobald der Publikumsliebling José Tomás seinen Abschied nimmt.«

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