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Der »Club« schickt Oenning in Urlaub

Nach dem 0:3 in Köln reagiert der 1. FC Nürnberg auf die Talfahrt und entlässt den Trainer

  • Von Ulf Zimmermann und
  • Lesedauer: 3 Min.

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Marco Mader (SID)

Nur 19 Stunden nach dem Debakel beim 1. FC Köln hat beim 1. FC Nürnberg das Ausmisten begonnen – und das erste Opfer heißt Michael Oenning. Die Franken beschlossen nach einer Sitzung des Präsidiums und Aufsichtsrates am Montag, ihren Coach zu beurlauben, der sie erst im Sommer zurück in die Fußball-Bundesliga geführt hatte. Als heißester Nachfolgekandidat gilt Dieter Hecking, der im August bei Hannover 96 zurückgetreten war.

»Nach langen Gesprächen und Analysen haben wir entschieden, dass wir uns von unserem Trainer Michael Oenning trennen werden. Uns allen tut dieser Schritt sehr leid, wir sind nicht angetreten, einen Trainerwechsel zu vollziehen, sondern in der Bundesliga zu bleiben«, sagte Präsident Franz Schäfer gestern nach den Krisengesprächen.

Der Tabellenvorletzte reagierte mit der Entlassung Oennings auf die anhaltende Talfahrt in der Liga, die mit dem 0:3 in Köln am Sonntag einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht hat. Die vergangenen vier Spiele hat Oennings Mannschaft allesamt verloren – mit 12 Gegentreffern ohne dabei selbst ein Tor zu erzielen. Mit nur zwölf Zählern hat Nürnberg schon vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz 16.

Michael Oenning hatte das Amt beim 1. FC Nürnberg Ende August 2008 von seinem damaligen Chef Thomas von Heesen übernommen und den »Club« darauf in die Bundesliga geführt. Im Januar wurde sein Vertrag noch bis 2011 verlängert. Präsident Schäfer hatte die Trennung bereits am Sonntag vorweggenommen. »Es war meine Absicht, keinen zu entlassen. Aber Zeit und Ereignisse überholen manchmal Aussagen. Um mit Konrad Adenauer zu reden: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Zwölf Punkte sind auch für einen Neuling zu wenig«, sagte Schäfer.

»Wir haben bei einer Mannschaft verloren, die fußballerisch katastrophale Mängel hat, zuvor in 16 Spielen sieben Tore erzielt hat – und gegen uns drei. Da musst du ja verzweifeln«, sagte Schäfer nach der Pleite in Köln. Auch diese Aussage deutete bereits auf eine Trennung von Oenning hin.

Der Trainer wirkte nach der Niederlage in Köln durch den Treffer von Pedro Geromel (37.) und den Doppelpack von Kölns Ex-Kapitän Milivoje Novakovic (70./77.) apathisch. Wie in Trance ließ der 44-Jährige, der nicht einen einzigen Schuss seiner Spieler auf das Kölner Tor sah, die obligatorischen Interviews über sich ergehen. »Bislang habe ich das Vertrauen immer gespürt. Fakt ist natürlich auch, dass wir vier Spiele hintereinander verloren haben«, sagte Oenning.

Nach Oenning will sich der Verein in der Winterpause auch noch von einigen Profis trennen. Sportdirektor Martin Bader fiel dem Großreinemachen indes nicht zum Opfer. Aber auch über Bader wurde bei der Sitzung diskutiert, die vormittags an einem geheim gehaltenen Ort begann. Nachmittags informierte der Verein dann auf einer Pressekonferenz auf dem Klubgelände am Valznerweiher über das Geschehen. Schäfer machte klar, dass man sich von Spielern, die er zum Teil als »Mitläufer« bezeichnete, trennen wolle. Der Kader sei mit 30 Spielern zu groß. »Von den Spielern musst du zehn bis zwölf abgeben, denn sie beweisen immer wieder, dass sie nicht bundesligatauglich sind«, erklärte der Boss.

Einer der Besseren, Peer Kluge, steht vor einem Wechsel zu Schalke 04. Schäfer: »Schalke will Kluge und Peer will zu Schalke.« Als Ablösesumme sind eine Million Euro im Gespräch, Geld das man in »zwei bis drei neue Spieler« investieren könnte, so Schäfer.

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