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Nürburgring-Zeuge nach Aussage verstorben

Ehemaliger Hauptgeschäftsführer wurde zu seinem entlassenen Nachfolger befragt

Bad Neuenahr (dpa/ND). Rainer Mertel, Kurdirektor von Bad Neuenahr und Zeuge im Nürburgring-Untersuchungsausschuss, ist tot. Die Kreisverwaltung Ahrweiler bestätigte am Dienstag einen Bericht der Koblenzer »Rhein-Zeitung«.

Mertel erlag demnach den Folgen einer Herzattacke, die er am 18. Dezember unmittelbar nach seiner Aussage im Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags erlitten hatte. Der Vorstand der für den Kurbetrieb zuständigen Aktiengesellschaft Bad Neuenahr wurde 64 Jahre alt. Im Ausschuss zur geplatzten Privatfinanzierung des Freizeitparks in der Eifel war Mertel zu seiner Zeit als Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH befragt worden. Dabei äußerte er sich unter anderem zu seinem kürzlich entlassenen Nachfolger an der Rennstrecke, Walter Kafitz. Unmittelbar danach klagte Mertel über Unwohlsein und wurde in die Mainzer Uniklinik gebracht.

Im Zusammenhang mit der Weitergabe von Polizeidaten zur Nürburgring-Affäre wurden am Montag gegen einen CDU-Landtagsabgeordneten Ermittlungen eingeleitet. Gegen Michael Billen werde wegen des Verdachts der Anstiftung zum Geheimnisverrat sowie des Verstoßes gegen das Landesdatenschutzgesetz ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Landau mit. Zudem laufen gegen vier Polizisten Ermittlungen wegen Verdachts des Verrats von Privat- oder Dienstgeheimnissen. Billen hatte gestanden, über seine bei der Polizei tätige Tochter an geheime Daten zu Geschäftspartnern der Nürburgring GmbH gekommen zu sein.

Bei der Affäre geht es um die spektakulär gescheiterte Privatfinanzierung eines mehr als 300 Millionen Euro teuren neuen Freizeitparks am Nürburgring. Die oppositionelle CDU hat maßgeblich die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu möglichen Fehlern der SPD-Regierung betrieben.

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