Die Kraft des Bildermalens

Psychoonkologisches Angebot für Krebspatienten reicht nicht aus

  • Von Walter Willems
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Diagnose trifft die meisten Menschen unerwartet: Jährlich wird bei über 400 000 Bundesbürgern Krebs festgestellt. 30 bis 40 Prozent von ihnen brauchen bei der Bewältigung der Krankheit psychosoziale Hilfe.

Karin Meißler kann sich gut an jenen Tag im Jahr 2005 erinnern, der ihr Leben veränderte. »Es war ein Donnerstag am frühen Abend, ich war bei meiner Frauenärztin die letzte Patientin«, erzählt die 56-jährige Frau. Bei der Mammografie entdeckte die Gynäkologin einen Brusttumor. »Darauf war ich überhaupt nicht vorbereitet«, berichtet die verheiratete Mutter zweier Söhne. »Ich hatte keine Ahnung, wie es weitergehen sollte und wie viel Zeit mir noch blieb. Ich wusste nur, da wächst etwas Bösartiges, das schnell behandelt werden muss.« Als besonders schlimm erlebte sie jene fünf Tage zwischen der Diagnose und dem ersten Arztgespräch in der Klinik.

Die Diagnose Krebs ist ein Schock. »Die Nachricht haut die meisten Menschen einfach um«, sagt der Psychologe Professor Volker Tschuschke von der Universität Köln. »30 bis 40 aller Patienten werden durch Diagnose und Therapie so stark belastet, dass sie psychologische Unterstützung brauchen.« Auf e...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.