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Boulevard-Legende

Bühnenautor Curth Flatow wird 90 Jahre alt

  • Von Wilfried Mommert, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

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»Den Boulevard und sein Theater wird es immer geben, zu Hause lacht doch keiner!« Der Bühnenautor Curth Flatow ist auch mit seinen 90 Jahren, die er am 9. Januar vollendet, felsenfest davon überzeugt, dass es das unterhaltsame Theater immer geben wird, auch wenn die »echten Bühnen« am Boulevard immer weniger werden. Selbst die traditionsreiche Komödie und das Theater am Kurfürstendamm müssen um ihre Existenz kämpfen, wenn wieder mal eine neue »Shopping-Meile« gebaut werden soll. »Der Kudamm ist doch kein Kudamm mehr wenn es dort keine Boulevardtheater mehr gibt«, beharrt Flatow, der längst zu den lebenden Legenden unter den Boulevardautoren im deutschsprachigen Raum gehört, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. So gab er denn auch seiner Autobiografie den Titel »Am Kurfürstendamm fing's an«.

Flatow weiß wovon er spricht, hat er doch für diese Bühnen oft große Erfolge geschrieben, die auch in anderen Theatern der Republik gespielt wurden und teils im Fernsehen liefen. Etwa 20 Stücke stammen aus seiner Feder oder wurden von ihm mitgeschrieben. Aber jetzt ist damit langsam Schluss: »Mit 90 schreibt man keine Theaterstücke mehr.« Aber Jahrzehnte lang galt für den »Theaterhasen von Fleisch und Blut«, der nun doch etwas mehr auf seine Gesundheit achten muss: »Bühnenluft schnuppern und aufgeregt sein und während der Vorstellung hinter der Bühne stehen, das ist einmalig, das ist Lebenselixier für uns Theatermenschen.«

Und die »echte Theaterluft« sei noch immer dem Fernsehen vorzuziehen. »Theater bleibt etwas Bezauberndes. Jeder Abend ist anders, mit einem anderen Publikum, das jedes Mal anders lacht oder weint, wie im richtigen Leben.« Dafür wird es immer ein Publikum geben, da ist sich Flatow ganz sicher. Fragt sich nur, wer künftig solche Stücke schreibt, die den Alltag in heiter-ironischer Weise auf die Bühne bringen und dabei so manches echte gute »Rollenfutter« für Schauspieler bieten.

Der Altmeister des Boulevards hat Generationen von Theaterbesuchern und Fernsehzuschauern Spaß und Vergnügen bereitet. Zu seinen größten Erfolgen und wahren »Bühnenrennern« gehört das 1960 uraufgeführte und mit Horst Pillau geschriebene Volksstück »Das Fenster zum Flur« mit Rudolf Platte, in dem Inge Meysel als resolute Berliner Portiersfrau ihren späteren Ruf als »Mutter der Nation« begründete. Das Berliner Volksstück gehört mit über 120 Inszenierungen zu den erfolgreichsten Bühnenstücken der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Ebenfalls große Erfolge wurden Stücke wie „Vater einer Tochter“ und »Der Mann, der sich nicht traut« mit Georg Thomalla, ein Name, der wie Meysel eng mit Flatows Name verbunden ist.

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