Die »Vermaisung« der Landschaft

Mangelnde Nachhaltigkeit beim Biogasboom bringt Naturschützer auf

  • Von Benjamin Haerdle
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Bei Biogasanlagen geraten Naturschützer schnell in die Bredouille: Einerseits plädieren sie für den Ausbau der Erneuerbaren Energie, andererseits sind ihnen die artenarmen, für die Befeuerung der Anlagen notwendigen Maisfelder ein Dorn im Auge. In Niedersachsen ist die Geduld der Naturschützer nun am Ende: Der NABU Landesverband spricht von einer »Vermaisung« des ländlichen Raums.

»In einzelnen Regionen beansprucht der Mais bereits mehr als 50 Prozent der Ackerfläche. Ein Ende ist nicht abzusehen«, klagt Uwe Baumert, im NABU-Landesverband zuständiger Experte für Bioenergie. Rund 480 000 Hektar Mais wurden in Niedersachsen nach Angaben der regionalen Landwirtschaftskammer 2009 angebaut, 120 000 mehr als noch im Jahr 2005. Niedersachsen ist damit vor Bayern Deutschlands Maisland Nummer eins. Auch die Anbauflächen für Energiemais, der Biogasanlagen speisen soll, wurden laut Deutschem Maiskomitee in Niedersachsen zwischen 2008 und 2009 massiv vergrößert: von 120 000 auf rund 140 000 Hektar.

Da der wachsende Maisanbau nach Ansicht des NABU sowohl die Akzeptanz der Bioenergie als auch die Bodenqualität gefährdet, hat der Verband nun in einem Zehnpunktepapier ökologische Mindestkriterien formuliert. Zentrale Forderung: Neue Biogasanlagen sollen nur dann genehmigt werden, wenn dafür eine Regionalplanung vorliegt. Eindäm...


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