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»Krieg« der Atomindustrie

Frankreichs Großkonzerne streiten sich öffentlich – Staat muss schlichten

  • Von Hans-Hermann Nikolei, Paris
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Frankreichs Stromversorgung ist stark von der Atomkraft abhängig. Doch die Industrie liefert sich seit Wochen einen regelrechten Krieg. Hauptakteure sind der Reaktorbauer Areva und der Kraftwerksbetreiber EDF.

»Sie sind dabei, Selbstmord zu begehen«, klagt der konservative Senator Ladislas Poniatowski. Sie, das sind die beiden Prunkstücke der französischen Atomindustrie: der Reaktorbauer Areva und der Meilerbetreiber EDF. Deren Chefs, Anne Lauvergeon und Henri Proglio, haben sich so ineinander verbissen, das die Pariser Finanzpresse von einem »offenen Krieg« spricht. Am Ende zitierte Premierminister François Fillon die beiden zu sich, um den Streit mit einem Machtwort zu beenden.

Proglio hatte den Kampf im November 2009 eröffnet. Noch vor seiner Ernennung zum EDF-Chef forderte er die Zerschlagung von Areva und die Führung der Atomwirtschaft durch EDF. Der Mann des Präsidenten Nicolas Sarkozy war sich seiner Sache sicher, zumal Sarkozy über Lauvergeons Weigerung verärgert war, in die Regierung einzutreten und so den Weg für einen Areva-Umbau frei zu machen.

Doch Lauvergeon kämpft um Areva. Der Konzern, der vom Uranbergbau über den Reaktorbau un...


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