Susanne Götze 22.01.2010 / Politik
10 Jahre globalisierungskritisches Netzwerk Attac Deutschland

In der Mitte der Gesellschaft angekommen?

Attac: Zwischen spektrenübergreifender Bewegung und etablierter Institution, der sich der Zeitgeist angenähert hat

Wer erinnert sich in Globalisierungskreisen nicht gerne an die Aufbruchstimmung von Genua 2001: Für viele war es der lang ersehnte Abschied aus der Widerstandswüste der 1990er Jahre, aus dem Mustopf der postulierten Alternativlosigkeit und dem verkündeten Ende der Geschichte. Nach grauem Dahinplätschern wurde aus Frust und Lähmung endlich wieder gemeinsamer Kampf.

Als Attac im Juli 2001 mit fünf Bussen Richtung italienischer Grenze fuhr, war das Netzwerk eine beschauliche Organisation mit 300 Mitgliedern. Zusammen mit Tausenden Globalisierungskritikern demonstrierten sie gegen die neoliberalen Ideologien: dagegen, aus Mensch, Tier und Natur eine Ware zu machen, gegen die entfesselte Gier der Finanzmärkte und für eine Globalisierung der sozialen Gerechtigkeit, Menschenrechte und Umweltschutz.

Nach den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel in der italienischen Hafenstadt liefen die Telefone in der kleinen Attac-Zentrale im niedersächsischen Verden heiß: In wenigen Tagen verzehnfachte sich die Mitgliederzahl auf 3000. »Genua war die Initialzündung für Attac – vorher kannte uns fast keiner, danach wurden wir einer der großen globalisierungskritischen Akteure in Deutschland«, erinnert sich Werner Rätz, Mitbegründer des Netzwerkes. Mittlerweile sind es über 22 000 Mitglieder, die sich Attac versch...

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