Werbung

Geschändet

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Man stelle sich vor, das Holocaust-Mahnmal in Berlin wird von einem großen Zelt überspannt. Starmodel Eva Padberg sitzt auf einer Stele, lässt ihre langen Beine baumeln und sich in der neusten Haute Couture von Lagerfeld bewundern. Stardesigner Wolfgang Joop drapiert einen anderen Stein für die ermordeten Juden mit hauchzarten Damenstrümpfen aus seiner Kreation. Prominente in Champagnerlaune diskutieren in der Gedenkstätte den »letzten Schrei« und klatschen und tratschen über Seitensprünge und Scheidungen ihrer Rivalen im Scheinwerferlicht. Und die eine Entertainerin und der andere Schauspieler lallen feuchtfröhliche Statements zu ihrem Befinden vor laufender Kamera in die Mikrofone. Undenkbar?

Auf dem Bebelplatz, wenige Kilometer entfernt, kennt man keine Scham. Trotz Protesten fand dort wieder die Fashion Week statt. Das dortige Denkmal für die verbrannten Bücher wurde erneut vergewaltigt. Geschändet! Wenige Tage vor dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, zu denen die Autoren (jüdische wie nicht-jüdische) der Werke gehören, die 1933 in der Reichshauptstadt und reichsweit mit teutonischem Gebrüll in lodernde Scheiterhaufen geworfen wurden. Dumm, dreist, despektierlich? Das wären harmlose Etikette für solch brutale Entweihung eines (nicht minder wertigen) Erinnerungs- und Mahnortes. Denn: »Das war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.« (Heinrich Heine)

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!