Rudolf Stumberger 29.01.2010 / Wissen

Fremd sein in der Zwischenwelt

»The Dishwasher« (Tellerwäscher) richtet sich an Arbeiterkinder an den Hochschulen

Klassenschranken an den Hochschulen gibt es viele und nicht nur das fehlende Kleingeld macht Angehörige der unteren Dienstklasse zu Außenseitern im Uni-Betrieb. In angelsächsischen Ländern sind dise unsichtbaren Schranken schon lange ein Thema in der öffentlichen Debatte, in Deutschland aber sind sie weitgehend ein Tabu. Ein neues Magazin für studierende Arbeiterkinder will das jetzt ändern.

»Unsichtbare Klassenschranken«, das waren in den 1960er Jahren die Gründe für die »Bildungsabstinenz der Arbeiter«, wie der Titel einer damaligen Studie von Susanne Grimm lautet. Denn obwohl das deutsche Bildungssystem prinzipiell jedem offen stand, kamen 1961 nur sechs Prozent der Studierenden aus Arbeiterhaushalten, obwohl in diesen mehr als die Hälfte aller Deutschen lebten. Es ist »eine mehr oder minder fremde Welt, deren Unkenntnis für ihn [den Arbeiter] eine nahezu unüberwindbare Aufstiegsbarriere bedeuten kann«, so Grimm in ihrer Studie. Erst im Gefolge der Bildungsreform in den 1970er Jahren stieg der Anteil der Arbeiterkinder an den Hochschulen auf 12,5 Prozent.

Richtige Handhabung des Fischbestecks

Knapp 50 Jahre und etliche PISA-Studien später wird dem deutschen Bildungssystem noch immer bescheinigt, mit massiven Klassenschranken versehen zu sein. Der Anteil von Studienanfängern aus Arbeiterhaushalten hat sich mit rund 13 Pr...

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