Die grüne Agenda der Weltbürgerbewegung

Das Weltsozialforum in Brasilien endete am Wochenende

  • Von Gerhard Dilger, Porto Alegre
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Mit der Forderung nach einem neuen Wirtschaftssystem ist in Porto Alegre das Weltsozialforum zu Ende gegangen. An den Veranstaltungen des Regionalforums in Südbrasilien nahmen binnen fünf Tagen 35 000 Menschen aus 39 Ländern teil, wie die Veranstalter am Wochenende mitteilten. Parallel dazu wurde im brasilianischen Salvador da Bahia ein weiteres Regionalforum eröffnet. Weltweit sollen 2010 mehr als 30 weitere solcher Treffen stattfinden.

Die Forderung nach einer alternativen Klima-Politik und das Konzept vom selbstbestimmten »Guten Leben«, das seine Wurzeln im Denken indigener Völker hat, prägten in diesem Jahr viele Debatten auf dem Weltsozialforum in Brasilien. Fotos: Dilger; AFP

Das Weltsozialforum ergrünt. Wohl kein Konzept wurde auf dem 10. Geburtstag des Forums in Porto Alegre öfter beschworen als jenes vom »Guten Leben«, das seine Wurzeln im Denken der Andenindianer hat und bereits in den neuen Verfassungen Ecuadors und Boliviens verankert ist. Brasiliens grüne Präsidentschaftskandidatin Marina Silva bezog sich in einer umjubelten Rede ebenso darauf wie Daniel Pascual vom »Komitee für die Einheit der Kleinbauern« aus Guatemala, der ähnlich wie seine Kollegen aus Kolumbien oder Peru die Offensive von Bergbau- und Agrarmultis in seinem Land kritisch schilderte.

Das Konzept vom »Guten Leben«

Der portugiesische Soziologe Boaventura de Sousa Santos wünscht sich, dass das »Gute Leben« einmal den westlich geprägten Entwicklungsbegriff ablösen möge. Doch Pascual bedauerte auch: »Leider ist die Zeit hier viel zu kurz, um das systematischer auszuarbeiten.« So zeigten die auf einen kruden Antikapitalismus fixierten G...


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