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Journalistenpreis, Rechtsextremismus im Spiegel der Medien, Magdeburg

Journalistenpreis »Rechtsextremismus im Spiegel der Medien« in Magdeburg vergeben

  • Von Uwe Kraus, Magdeburg
  • Lesedauer: 2 Min.
Im Opernhaus Magdeburg wurde am Sonntagabend zum zweiten Mal ein Journalistenpreis gegen Rechtsextremismus verliehen.

87 Journalisten hatten sich um den diesjährigen Preis »Rechtsextremismus im Spiegel der Medien« mit Beiträgen beworben, die sich mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und den Hintergründen rechter Gewalt auseinander- setzen. Die Auszeichnung, die im Magdeburger Opernhaus unter dem Motto »Ton angeben gegen rechte Gewalt« verliehen wurde, teilen sich der Hörfunkjournalist Thilo Schmidt (Deutschlandradio Kultur) und die aus Kapstadt angereiste »Brigitte«-Mitarbeiterin Kristina Maroldt. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert. Zwei lobende Erwähnungen gingen an Thorsten Poppe (Deutschlandradio Kultur) und das ARD-Fakt-Team Inga Klees und Heiner Hoffmann. 2008 hatten sich »Tagesspiegel«-Repor- ter Frank Jansen aus Berlin sowie Anke Jahns und Felix Pankok vom Norddeutschen Rundfunk den ersten Preis geteilt.

Den Abend richteten der DJV Landesverband Sachsen-Anhalt, das Justizministerium, die Landeszentrale für politische Bildung sowie Stadt und Theater Magdeburg gemeinsam aus. »Der Preis richtet den Fokus auf engagierte Berichterstattung und trägt damit dazu bei, dass journalistische Professionalität im Umgang mit dem Thema Rechtsextremismus gewürdigt wird«, erklärten Sachsen-Anhalts SPD-Justizministerin Angela Kolb und der DJV-Landesvorsitzende Uwe Gajowski. Gajowski sagte, wenn Rechtsextreme versuchten, in der Mitte der Gesellschaft anzukommen, dann müsse es weiterhin Aufgabe der Journalisten sein, »aufzuzeigen, was sie in Wahrheit sind: beileibe keine Biedermänner, wohl aber immer Brandstifter.«

Thilo Schmidts Hörfunkbeitrag »Irgendwo in Thüringen« berichtet über Eltern, die versuchen, ihren Sohn Alex aus dem rechten Milieu herauszuholen. Er betonte in seiner Dankesrede, wie frustrierend die Recherche war. »Auch weil lokale Autoritäten rechte Aktivitäten negieren, ignorieren und Teil des Problems sind.« Kristina Maroldt (»Brigitte«) befasste sich mit der »Gefahr in unserer Mitte« und zeigte die zwei Gesichter der Frauen aus der rechten Szene. Einen Teil ihres Preisgeldes gab sie an das Mobile Beratungsteam für demokratische Kultur in Mecklenburg-Vorpommern weiter. Schmidt dankte seinem Sender, der an Beiträgen wie »Kapitulation in Anklam« oder »Der nette Nachbar in Erfurt« nicht erst dann interessiert sei, »wenn mal wieder Landtagswahlen sind oder ein Ausländer erschlagen wurde«.

Bei der Gala präsentierten zudem stellvertretend für die rund 50 Schulen ohne »Rassismus und mit Courage« in Sachsen-Anhalt das Francisceum Zerbst und die Berufsbildende Schule J.P.C. Heinrich Mette Quedlinburg ihre Konzepte gegen Gewalt und Fremdenhass.

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