Augsburg erhebt keine Ansprüche

»Geschlechterbuch« bleibt in Stuttgart

Augsburg/Stuttgart (dpa/ND). Die Stadt Augsburg erhebt keine Ansprüche auf das kürzlich als »Beutekunst« aus den USA nach Stuttgart zurückgekehrte »Augsburger Geschlechterbuch«. »Es gehört nach Stuttgart. Der Nachweis lässt sich glasklar führen«, betonte der Direktor der Staatsbibliothek Augsburg, Helmut Gier. Seinen Erkenntnissen zufolge ist es um 1800 rechtmäßig nach Stuttgart gelangt.

Ein bisschen neidisch sei die Fuggerstadt aber schon. Das auf einen Wert von 500 000 Euro geschätzte Buch »würde Augsburg selbstverständlich auch gut zu Gesicht stehen«, sagte Gier. Rund ein Dutzend ähnlicher »Geschlechterbücher« seien wohl noch erhalten. Auch die Stadt selbst habe noch gedruckte Exemplare. Allerdings hätten diese nicht den Wert des Stuttgarter Buchs. »Das besondere daran sind die einzigartigen Zeichnungen und Radierungen, die das Exemplar enthält.«

Allzu neidisch muss Augsburg aber gar nicht sein: Aus der Blütezeit der damaligen schwäbischen Weltmetropole im 15. Jahrhundert habe die Stadt noch einige 100 Bücher, die einen ähnlichen Wert hätten wie das Stuttgarter. Augsburg sei aufgrund seiner finanziellen Lage gar nicht mehr in der Lage, derartige Bücher zu erwerben, sagte Gier. Wenn etwa – wie kürzlich – das »Ehrenbuch der Fugger« dann in die Bayerische Staatsbibliothek in München komme, könne man schon froh sein. »Schließlich hätte es auch in New York oder anderswo landen können.«

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