Werbung

Das Gerangel der Diven

Zur 52. »Grammy«-Verleihung in Los Angeles

  • Von Thomas Grossman
  • Lesedauer: 3 Min.

Mit einer gigantischen Show, die fürs Fernsehen in alle Welt übertragen wurde, ging am Sonntagabend im Staple Center von Los Angeles die 52. «Grammy«-Verleihung über die Bühne. Die begehrten kleinen güldenen Grammophone gelten als der wichtigste Musikpreis überhaupt. Dieses Jahr sollte es ein Gerangel der Diven geben und zwei von ihnen – die Pop-Sängerin Beyoncé und die Country-Pop-Sängerin Taylor Swift waren dann auch die großen Abräumer. Die hübsche Beyoncé (28), zehn Mal nominiert, gewann gleich sechs Preise, darunter »Song des Jahres« für ihren Hit »Single Ladies (Put a Ring on It)«. Nie zuvor hat eine Künstlerin so viele Trophäen bei einer »Grammy«-Verleihung mitgenommen.

Die 20-jährige eher schüchterne Blondine Taylor Swift, die schon vergangenes Jahr jede Menge andere Auszeichnungen einheimste und acht Mal nominiert war, gewann vier Preise, darunter den wichtigsten: »Album des Jahres« für »Fearless«, das sich in den USA 2009 am besten verkaufte.

Je drei Trophäen ergatterten die Pop-Hip-Hop-Band Black Eyed Peas sowie die Kings of Leon, mit ihrem alternativen Rock. Letztere bekamen u.a. für ihren Blues-Rock-Song »Use Somebody« den Preis für die Platte des Jahres.

Angesichts der jahrelangen Krise der Musikindustrie hat die Recording Academy, die die Verleihung ausrichtet und aus 12 000 Musikexperten besteht (die an sechs veröffentlichten Songs beteiligt gewesen sein müssen), mit ihrer Preisvergabe damit mehr auf Nummer Sicher – also auf relativ große Namen – gesetzt, nachdem es in der Vergangenheit auch immer wieder Überraschungen gab (z.B. 2008 Album des Jahres für den Jazz-Musiker Herbie Hancock).

Begonnen wurde die Show durch die Pop-Sängerin Lady Gaga (zwei »Grammys«) und Altmeister Elton John, die zusammen fein Piano spielten und schön im Duett sangen (eine Überraschung bei den »Grammys« ist stets, wer mit wem kombiniert wird). Ein besondere Augenweide war auch der Auftritt von Pink, die sich, beim Singen, halsbrecherisch in einem seidenen Futteral über der Bühne drehte, wobei Wasser über ihren Körper rann. Ein besonderer Höhepunkt war ebenfalls ein Tribut an den verstorbenen Michael Jackson: Sein »Earth Song« wurde eingespielt, und gleich fünf Stars sangen mit, wobei Bilder der Erd-Klimazerstörung zu sehen waren. Die kleinen Prince und Paris Jackson nahmen einen »Grammy« für das Lebenswerk ihres Vaters entgegen. Ebenfalls imposant: Soul-Sängerin Mary J. Blige sang mit Andrea Bocelli für die Menschen Haitis den Simon-&-Garfunkel-Hit »Bridge Over Troubled Water« – das Geld fürs Herunterladen des Songs aus dem Netz geht an Haiti!

Die diesjährige Grammy-Verleihung ist – wie auch sonst? – wieder umstritten. Für manche Musik-Kritiker war die Nominierung eine faire Spiegelung des gegenwärtigen Pop-Geschmacks. Andere monierten, dass manche Künstler nicht vertreten seien, wie etwa Whitney Houston mit ihrem neuen Album.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung