Konsortium kontra Kunsthaus

Dem Tacheles in Mitte droht nach 20 Jahren die Zwangsversteigerung

  • Von Mechthild Henneke, AFP
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Ein Symbol der Nachwende-Anarchie ist bedroht.

Es wirkt wie eine Gedächtniskirche in Sachen Kunst – das »Tacheles«, eine Kriegsruine in der Oranienburger Straße im Berliner Bezirk Mitte. Nach dem Mauerfall retteten Künstler das Gebäude vor dem Abriss und vergaben die rund 30 Ateliers an Bildhauer und Maler aus der ganzen Welt, zum Betriebskostenpreis. Doch nun tickt die Uhr für den Bau mit dem morbiden Charme, der längst in keinem Berlin-Reiseführer mehr fehlt: Das Gebäude steht unter Zwangsverwaltung, und die Gläubiger dringen auf Versteigerung. Damit droht den Künstlern über kurz oder lang die Räumung.

Das Tacheles ist das letzte verbliebene Gebäude eines Kaufhauskomplexes, der sogenannten Friedrichstraßen-Passagen, der Anfang des vergangenen Jahrhunderts entstand. Von dem monumentalen Eingangsbogen an der Oranienburger Straße führte eine glasüberdachte Ladengalerie bis an die angrenzende Friedrichstraße. Der Stahlbetonbau vereinte Spezialgeschäfte und sollte der wachsenden ...


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